Da die fundamentale "erste Schicht" des Ethereum-Ökosystems inzwischen aufgebaut ist, sollen 2018 "Zweitschichtsysteme" entworfen werden und reifen, so Ethereums Joseph Lubin. Dieser Kommentar entstand bei einer Rede bei der Rise-Konferenz in Hongkong am Dienstag, dem 10. Juli.

Während einer Podiumsdiskussion mit Erik Torenberg von Village Global und Melissa Guzy von Arbor Ventures sagte der Mitbegründer der Ethereum Foundation, dass das Unternehmen jetzt die "zweite Phase" für Blockchain-Systeme einleiten wird, "wo wir echte Skalierbarkeit sehen werden":

"Wir betreten einen Bereich, in dem Ethereum als ein Erstschicht-Vertrauenssystem agieren kann und indem wir es weiter ausbauen, werden wir hunderttausende Transaktionen im Zweitschichtsystem haben, welches sich dieses Jahr weiter verzweigen wird."

Lubins Vision nach wird eine ausgeklügelte "Zweitschicht"-Infrastruktur für das Blockchain-Ökosystem die "erste Schicht" - eine zugrundeliegende "Vertrauensschicht" - sichern, die durch die radikale Dezentralisierung der Core-Blockchain aufrechterhalten wird. Neue Technologien können der ersten Schicht beigefügt werden, während diverse direkte, indirekte oder seitliche Chain-Mechanismen eine bessere Skalierbarkeit ermöglichen.

Podiumsdiskussion mit Joe Lubin, Erik Torenberg und Melissa Guzy bei der Rise-Konferenz

Als Beispiele zieht Lubin Plasma, Ethereums on-chain Skalierungslösung heran, welche im August 2017 von Vitalik Buterin und Joseph Poon, dem Erschaffer der Bitcoin-"Zweitschichtlösung" mit dem Namen Lightning Network, vorgestellt wurde.

Lubins Co-Panelist Torenberg stimmte dem Vorschlag zu, dass dieses Jahr einen Übergang für den Blockchain-Raum markiert; "Wenn 2017 das Jahr des Initial Coin Offerings (ICO) war, dann ist 2018 für das Erbauen und Liefern von Produkten."

Lubin bot auch eine weitgreifende Version über die Implikationen der aufkeimenden Sphäre dar und bemerkte, dass Blockchain eine "nativ digitale Welt" der Interaktionen in einem vertrauensvollen Kontext bietet, welche seiner Meinung nach bereit ist "sich in quasi jede Industrie auszubreiten".

Er charakterisiert die Blockchain-Revolution als eine Bewegung fort von einem "von Reibungen geprägten analogen Kontext" hin zu jenen nativ digitalen Strukturen, welche bereits spürbar transformative Auswirkungen unter anderem auf die Zukunft von "Geld, Identitäten, Erscheinungen und legalen Zertifizierungen" haben.

Anders als das frühe Internet, welches "begrenzt" gestartet hat, beginnt Blockchain von Anfang an mit einem "sehr breiten" Angebot für potenzielle Anwendungen.

Im Zuge der Diskussion wurde dann ein Vergleich der Regulierungen für Kryptowährungen zwischen den USA und Asien gezogen, wobei alle Redner übereinstimmten, dass der amerikanische Kontext eine "fortschrittlichere Differenzierung" für die Regulation von Krypto vorgeschlagen hat.

Lubin bemerkte die nuancierte Haltung der US-amerikanischen Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEC), speziell von Bill Hinman, welcher laut Lubins Worten die essentielle Erkenntnis gemacht hat, dass Nutzungs-Token - anders als Wertpapiere - den Konsumenten ein "völlig neues Modell zur Lieferung von Dienstleistungen und Produkten" bieten können - "ein auf Netzwerken basierendes Geschäftsmodell, dass von digitalen Token zusammengehalten wird."

Lubin fügte hinzu, dass die "Informationsasymmetrie" und das Betrugspotenzial im globalen Kontext von ICOs verstärkt werden kann, weswegen "wir Regulatoren brauchen, die uns dabei helfen, die Industrie zu säubern". Er sagte jedoch auch, dass selbstregulierende Initiativen zu Schlüsselelementen für die Gesundheit der Sphäre werden.

Alle Diskussionsteilnehmer stimmten darin überein, dass eine kryptospezifische Regulierung eher früher als später notwendig ist, um konservative Rückschritte von Regierungen zu verhindern, wie sie in den Jahren 2017-2018 in China, Japan und Südkorea beobachtet werden konnten.

Ethereum ist derzeit die zweitgrößte Kryptowährung mit einer Marktkapitalisierung von knapp 38 Mrd. Euro (44,5 Mrd. US-Dollar)

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