Blockchain Observatorium der EU: Bericht zu Tokenisierung, KI und IoT

Das Blockchain Observatorium und Forum der Europäischen Union hat am 10. April einen Bericht mit dem Titel "Tokenisierung physischer Vermögenswerte und der Einfluss des Internets der Dinge und KI" veröffentlicht.

Der Bericht wurde von Dr. Tim Weingärtner verfasst, einem Informatik-Dozenten an der Hochschule Luzern für Angewandte Wissenschaften. In diesem wird das Konzept des "digitalen Zwillings" angesprochen, bei dem es sich um eine digitale Kopie der physischen Welt handelt. Diese Spiegelwelt würde aus Internet der Dinge (IoT)-Geräten, Big Data, Token, die physische Objekte darstellen, Blockchain als vertrauenswürdigen Ledger und künstlicher Intelligenz (KI) bestehen.

Im Bericht heißt es, dass Blockchain eine Schlüsselrolle bei dieser digitalen Transformation spiele, indem sie Vertrauen schaffe und eine Erkennung und Tokenisierung von physischen Objekten ermögliche. Blockchain-basierte Smart Contracts würden dabei ebenfalls eine Rolle spielen, indem sie eine manipulationssichere Rechnerumgebung und die automatische Ausführung von Finanztransaktionen mittels Kryptowährungen ermöglichen, so der Bericht.

In dem Dokument wird dabei die Bedeutung von Token hervorgehoben und die Ethereum (ETH)-Blockchain als die derzeit wichtigste Plattform für die Erstellung von Token bezeichnet. Der Autor behauptet, dass diese Plattform aufgrund des Potenzials ihrer Programmiersprache, ihrer großen Community, der funktionsfähigen Implementierungen und vorhandenen Codebeispiele am geeignetsten für diesen Zweck sei.

Abschließend heißt es im Bericht, dass die Kombination des IoT mit Blockchain ein besseres Lieferketten-Management ermögliche. Außerdem würde diese Kombination mehr Vertrauen schaffen, womit die Sharing-Ökonomie wachsen könne. Auch der Handel mit Daten und deren Monetarisierung, Identitätsmanagement und Automatisierung würden damit ermöglicht. Die Kombination von KI mit dezentraler Technologie würde wiederum die Datennutzung demokratisieren, deren Authentizität gewährleisten, Smart Contracts überprüfen und KI-Entscheidungen erklären.

Gleichzeitig heißt es im Bericht, dass Roboter und Drohnen "die Stellglieder der digitalen Welt" wären, da sie ein Eingreifen der digitalen Welt in die physische Welt ermöglichen würden. Das Dokument erwartet, dass das Konzept des digitalen Zwillings immer mehr an Bedeutung gewinnen werde:

"Aufgrund des exponentiellen Wachstums, das durch das Moore'sche Gesetz und vielen Studien beschrieben wird, wird die physische Welt in den kommenden Jahren von der digitalen Welt überholt werden. Das bedeutet, dass Geschwindigkeit, Wachstum und Komplexität um ein Vielfaches zunehmen werden."

Das Moore'sche Gesetz entstand durch eine Beobachtung des Intel-CEO Gordon Moore aus dem Jahr 1965. Damals stellte er fest, dass die Anzahl der Transistoren in dichten integrierten Schaltungen etwa alle zwei Jahre verdoppelte. Der Bericht erwähnt jedoch nicht, dass sich die Anpassungsrate von mehr Transistoren auf weniger Raum verlangsamt. Darüber hinaus nähert sich die Größenordnung der Transistoren derzeit einer fast nicht mehr messbaren Grenze aufgrund einer Quanteneigenschaft, die als Quanten-Tunneling bezeichnet wird.

Darüber hinaus gibt es immer größere Fortschritte bei der Weiterentwicklung alternativer Verarbeitungstechnologien wie Quanteninformatik, optische Datenverarbeitung und neuromorphe Datenverarbeitung. Solche Technologien könnten dazu beitragen, den Trend zur Erhöhung der verfügbaren Rechenleistung fortzusetzen.

Im März gab ein anderer Bericht, der ebenfalls von dieser Organisation veröffentlicht wurde, Empfehlungen darüber ab, wie die Entwicklung der Blockchain-Technologie gefördert werden kann. Dabei wurden etwa Interoperabilitäts- und Skalierungsstandards als Möglichkeiten genannt.

Anfang Dezember letzten Jahres hat die gleiche Gruppe sich auch für ein Blockchain-basiertes digitales Identitätssystem und digitale Versionen von nationalen Währungen ausgesprochen.