Ex-UBS-Chef will mit Krypto-Bank 220 Mrd. US-Dollar schweren Devisenmarkt erschließen

Peter Wuffli, der ehemalige CEO der grössten Schweizer Bank UBS und Direktor der Schweizer Krypto-Bank Sygnum, will den "220 Milliarden Dollar Markt von Institutionen und Privatpersonen, die bereits Kryptowährungen besitzen" erschliessen.

Die lokale Nachrichtenagentur SwissInfo berichtete am 26. September über Wufflis Begeisterung über das Potenzial von Krypto-Assets. In einem Interview sagte er zu SwissInfo:

"Die naheliegendste Gelegenheit ist der bestehende 220-Milliarden-Dollar-Markt für Institutionen und Privatpersonen, die bereits Kryptowährungen besitzen. Tausende von Kunden haben sich mit uns in Verbindung gesetzt, um einen Komplett-Service für die Verwahrung von Vermögenswerten, Darlehen und den nahtlosen Handel mit Kryptowährungen mit Fiat-Währungen zu erhalten."

Tokenisierung von Anlagen als nächste Hürde

Wuffli bemerkte, dass er glaubt, dass die Tokenisierung von Vermögenswerten wie Firmenaktien, Immobilien, Kunst oder Waren die nächste Hürde in der Branche ist. Er gibt aber auch zu, dass es noch viele offene Fragen zum Thema Regulierung gibt.

Wuffli lobte das Potenzial von Distributed Ledger Technologie (DLT) und wies auf die Möglichkeiten hin, die er bei der Verbriefung von Aktien und dem Aufbau intelligenter vertragsbasierter Aktienregister sieht. Von einem solchen System verspricht er sich eine große Vereinfachung:

"Sie können Tabellenkalkulationen und kombinierte Systeme zur Dividendenzahlung, Kapitalerhöhungen und den Handel auf dem Sekundärmarkt abschaffen. Und der Handel könnte ohne lange Abwicklungszeiten und Gegenparteirisiken erfolgen."

Ja zu DLT, nein zu Digitalwährungen von Unternehmen

Seiner Meinung nach gehe es bei DLT auf einer tieferen, philosophischen Ebene um Marktdemokratisierung: "Das längerfristige Potenzial besteht darin, einen offeneren, breiteren und einfacheren grenzüberschreitenden Zugang zu Vermögenswerten zu schaffen".

Gegenüber Facebooks Libra Stablecoin zeigt sich Wuffli skeptisch. Er gab zu, die Pläne von Facebook nicht im Detail zu kennen und dass er das Projekt nicht wirklich kommentieren könne, äußerte aber seine Bedenken hinsichtlich der Idee von Unternehmenswährungen. Die Nationalstaaten würden es nicht zulassen, dass solche Vermögenswerte ihr Währungsmonopol bedrohten:

"Ich glaube jedoch, dass die Regulierung von Finanzdienstleistungen und die Kontrolle der Währungen wesentliche Aufgaben des Staates sind und dass Währungen nicht von souveränen Staaten entkoppelt werden können. Sobald jemand versucht, das souveräne Währungsmonopol in Frage zu stellen, wird man das nicht zulassen, und das aus gutem Grund. Außerdem glaube ich nicht, dass die Leute private Währungen gleich behandeln werden, ohne die Macht eines Landes und eines politischen Systems dahinter."

Wie Cointelegraph im August berichtete, hat Sygnum wie auch die Schweizer Krypto-Spezialistin SEBA eine Bank- und Effektenhändlerlizenz erhalten. Wuffli sagte dazu:

"Eine Sache, die in meinem Lebenslauf fehlt, ist, dass ich noch nie an der Gründung einer neuen Bank beteiligt war. Ich bin ein neugieriger Mensch und ich liebe neue Dinge, das gibt Energie."