Der in Ungnade gefallene FTX-Gründer Sam Bankman-Fried hat seine Lobeshymnen auf US-Präsident Donald Trump in den sozialen Medien intensiviert und gleichzeitig den ehemaligen Präsidenten Joe Biden ins Visier genommen, nur wenige Tage nachdem Caroline Ellison, die ehemalige Geschäftsführerin von Alameda Research und ehemalige Lebensgefährtin von Bankman-Fried, aus der Haft entlassen wurde.
Seit einem Interview von „SBF“ mit der New York Sun im Februar 2025 und seinem Auftritt im März beim kontroversen politischen Kommentator Tucker Carlson sehen viele Bankman-Fried als jemanden, der auf eine Begnadigung durch Trump hofft.
„@realdonaldtrump hat in Bezug auf Kryptowährungen Recht“, schrieb Bankman-Fried nun am Freitag in einem Beitrag auf X, nur wenige Tage nachdem Ellison nach 440 Tagen Haft wegen ihrer Rolle beim Zusammenbruch von FTX im Jahr 2022 freigelassen worden war.
Bankman-Fried lobt Trump in höchsten Tönen
Bankman-Fried lobte Trump auch in anderen Bereichen als der Kryptowährung, darunter die kürzliche Verhaftung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, die er als „klug, mutig und Sieg für die Demokratie“ bezeichnete.
Gleichzeitig nahm Bankman-Fried die vorherige US-Regierung ins Visier, die er einst mit politischen Spenden in Millionenhöhe unterstützt hatte.

„Alle Staats- und Regierungschefs, die ich getroffen habe, hatten genug von Biden“, sagte er und fügte hinzu, dass er „das Thema Kryptowährungen vermasselt“ habe.
Bankman-Fried argumentierte, dass Biden dies hätte „umschiffen können“, da es „viele in seiner Partei gab, die vernünftige Ansichten [zu dem Thema] hatten“. „Aber er wählte [Gary] Gensler zum Vorsitzenden der SEC“, erinnerte Bankman-Fried.
Gensler verfolgte in Bezug auf Kryptowährungen einen Ansatz, der auf Regulierung durch Strafverfolgung setzte, und trat im Januar 2025, noch vor Trumps Amtseinführung, zurück.
Begnadigung durch Trump eher unwahrscheinlich
Genslers Nachfolger Paul Atkins, der im April 2025 von Trump vereidigt wurde, gilt in der Kryptobranche allgemein als weitaus kryptofreundlicher.
Nach dem Zusammenbruch von FTX im November 2022 lieferten die US-Behörden Bankman-Fried von den Bahamas aus an die USA aus, wo er sich wegen Geldwäsche und Betrug verantworten musste. Eine Jury verurteilte den ehemaligen CEO im November 2023 wegen sieben Straftaten, und ein Richter verurteilte ihn im März 2024 zu 25 Jahren Haft.
Im November 2025 legte Bankman-Fried Berufung gegen seine Verurteilung und sein Strafmaß ein und wartet nun auf das Urteil des zuständigen US-Berufungsgerichts.
Die Nutzer der Krypto-Prognoseplattform Polymarket schätzen derzeit die Wahrscheinlichkeit, dass Trump Bankman-Fried noch vor 2027 begnadigt allerdings nur bei 17 % ein.
