Alameda Research, eine der Schwesterfirmen, die mit der untergegangenen Kryptobörse FTX in Verbindung stehen und an deren Konkursverfahren beteiligt sind, versucht, mehr als 11 Millionen US-Dollar von einem Firmenkonto bei der Kryptobörse Crypto.com zurückzuerhalten, das seit 2022 geführt wird.
Am 7. November reichte Alameda beim United States Bankruptcy Court for the District of Delaware eine entsprechende Klage ein, um „mindestens 11,4 Millionen US-Dollar an Vermögenswerten des Schuldners, die sich auf einem vom Unternehmen kontrollierten Crypto.com-Konto befinden“, zurückzubekommen. Die Firma beantragte eine Anordnung des Konkursgerichts, „die Crypto.com anweist, den Schuldnern die Vermögenswerte auszuhändigen“, die nicht von „geringem Wert“ sind.
Quelle: Kroll
Laut Alameda eröffnete die Firma ein Konto unter dem Namen Ka Yu Tin, bevor FTX im Jahr 2022 Konkurs anmeldete. Alameda behauptete jedoch, dass Crypto.com das Konto sperrte, nachdem FTX einen Antrag auf Chapter 11 gestellt hatte, und sich seitdem „weigert, mit den Forderungen der Schuldner zu kooperieren und weiterhin unrechtmäßig das Eigentum der Schuldner zurückhält“.
Insbesondere enthielt der Antrag eine Erklärung der ehemaligen Alameda-Geschäftsführerin Caroline Ellison, die derzeit wegen ihrer Rolle bei der missbräuchlichen Verwendung von Kundengeldern durch FTX in einem Gefängnis in Connecticut einsitzt. In der Erklärung, die am 1. November abgegeben wurde, bevor sie sich den Behörden stellte, heißt es ausdrücklich, dass die 11,4 Millionen US-Dollar auf dem Konto „Eigentum von Alameda“ seien.
Die Klage ist einer der jüngsten Versuche der am FTX-Insolvenzverfahren beteiligten Parteien, die bei anderen Börsen eingefrorenen oder gesperrten Gelder wiederzuerlangen. Im Oktober reichte Alameda bereits eine Klage gegen die Kryptobörse KuCoin ein, um rund 50 Millionen US-Dollar an gesperrten Krypto-Vermögenswerten zurückzuholen. Die Börse gibt an, sie habe die Gelder aufgrund der „Identifizierung verdächtiger Aktivitäten“ eingefroren.
Insolvenz und Strafverfahren
Die FTX und ihre Tochtergesellschaften meldeten im November 2022 Konkurs an und ließen viele Anleger und Gläubiger im Ungewissen, ob das Unternehmen über ausreichende Mittel verfügt, sie wieder zu entschädigen. Nach rund zwei Jahren vor dem Konkursgericht genehmigte ein Richter einen Plan, der vorsieht, dass die FTX-Schuldner 98 % der Nutzer rund 119 % des von ihnen geforderten Kontowertes zurückzahlen.
In dem Plan wurde die Erstattung auf der Grundlage der Krypto-Kurse zum Zeitpunkt der Insolvenz im Jahr 2022 veranschlagt, wobei potenzielle Gewinne von Bitcoin nicht berücksichtigt wurden.
Drei Führungskräfte, die mit FTX und Alameda in Verbindung stehen, sind bereits ins Gefängnis gegangen: Ellison, der ehemalige CEO Sam Bankman-Fried und der ehemalige Co-CEO von FTX Digital Markets, Ryan Salame. Nishad Singh, der frühere technische Leiter der Börse, wurden jeweils zu einer Haftstrafe verurteilt. Der Mitbegründer von FTX, Gary Wang, soll am 20. November verurteilt werden.
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