Isländer muss wegen Mining-Diebstahl 4,5 Jahre ins Gefängnis

Ein isländischer Mann muss wegen Diebstahl von Mining-Geräten nun eine viereinhalbjährige Haftstrafe antreten, wie die englischsprachige Zeitung Iceland Monitor am 17. Januar berichtet.

Sindri Þór Stefánsson hatte im April 2018 zunächst versucht, sich dem Haftvollzug zu entziehen, in dem er mit einem gestohlenen Pass von Reykjavik nach Stockholm geflohen ist, woraufhin er letztendlich in Amsterdam festgesetzt werden konnte. Stefánsson behauptete, seine Flucht nach Schweden wäre rechtmäßig gewesen.  

Ein Gericht hatte Stefánsson und sechs weitere Personen zuvor zu einer Haftstrafe verurteilt.   

Gegenstand des Verfahrens war der Diebstahl von Geräten für Bitcoin-Mining im Wert von 2 Mio. US-Dollar. Zusätzlich belieft sich die Anklage noch auf zwei weitere versuchte Diebstähle aus dem Dezember 2017 bzw. Januar 2018.

Opfer des Raubes war die nordische IT-Firma Advania, die eine Entschädigung von 33 Mio. Isländischen Kronen (ca. 240.000 Euro) zugesprochen bekommen hat, zu begleichen von den verurteilten Personen.

Stefánsson muss die längste Strafe absitzen, da ihm zusätzlich sein versuchter Haftentzug zu Lasten gelegt wird. Allerdings pocht er weiter auf dessen Rechtmäßigkeit.

Nachdem sein ursprünglicher Haftantrag abgelaufen war, gab es ein Zeitfenster von 24-Stunden, um diesen zu erneuern, Stefánsson nutzte die Gelegenheit jedoch, da ihm für den Zeitraum angeblich Reisefreiheit zugestanden habe.

„Ich musste ein Schreiben unterzeichnen, in dem es hieß, dass ich mich frei bewegen dürfte, aber wahlweise auch in Haft die Verlängerung des Strafantrags hätte abwarten können“, wie er in einer Mitteilung erklärt, die in der Zeitung Fréttablaðið veröffentlicht wurde.

Isländische Krypto-Unternehmen scheinen sich mittlerweile aus der Mining-Branche zurückzuziehen. Vergangenen September hieß es in einem Bericht, dass viele Firmen nur noch „reines Blockchain-Geschäft“ betreiben wollen.