Indien: Regierung erwägt Zulassung von Krypto-Token

Die indische Regierung erwägt, ob sie die Verwendung von Krypto-Token im Land zulassen soll, und das trotz ihrer harten Haltung zu Kryptowährungen. Das geht aus einem Bericht der lokalen Nachrichtenagentur DNA India vom 10. August hervor.

Ein vom Finanzministerium ins Leben gerufener Ausschuss unter dem Vorsitz des Sekretärs des Wirtschaftsministeriums (DEA) arbeitet Berichten zufolge an einer Reihe von Regulierungen und einem Fahrplan, um die Verwendung bestimmter Krypto-Vermögenswerte in Indien zu gestatten. Sobald die Entwürfe fertiggestellt sind, wird die Gesetzgebung dem Parlament vorgelegt, wie es von der DNA-Quelle heißt.

Der DEA-Sekretär Subhash Chandra Garg, der das Komitee leitet, sagte laut DNA:

"Das Komitee untersucht die Möglichkeit, Kryptowährungen oder Krypto-Technologie (Distributed-Ledger-Technologie) für Finanztransaktionen zu verwenden und auch, welche Art von Regulierungen dafür notwendig sind... Die Währung ist zwar vollständig verboten, aber dennoch diskutiert das Komitee andere Arten von Verwendungen von dieser und wie sie in Indien massentauglich gemacht werden kann."

Er betonte zwar, dass die DLT-Technologie - unter die auch Blockchain fällt - "viel versprechend" sei, doch Garg hat eine zukünftige Verwendung von Kryptowährungen selbst "in jeder Hinsicht", auch in Bezug auf Zahlungssysteme, "kategorisch verneint".

Garg sagte, dass das DEA "mehrere Warnungen" an die Öffentlichkeit herausgegeben hat, in denen vor den Risiken von Kryptowährungen gewarnt wird, die als "eine Art Ponzi-Schema" und nicht einmal "überhaupt als Währungen" betrachtet werden. Inzwischen hat die Notenbank von Indien (RBI) Banken verboten, mit Krypto-bezogenen Unternehmen und Personen Geschäfte zu tätigen. Dieses Verbot ist am 5. Juli in Kraft getreten.

Garg sagte jedoch, dass er glaube, dass die Regierung "etwas tüfteln" könne, wenn es darum geht, eine Krypto-Tokenisierung zuzulassen, die - wenn sie denn eingeführt wird - nicht als Ersatz für Fiatwährungen dienen könnte:

"Man muss physisches Geld bezahlen, um einen Token zu kaufen, der als Code in einem beliebigen Mobiltelefon gespeichert werden kann. Er kann sogar für Überweisungen verwendet werden. Das ist also sowohl aus technologischer als auch aus regulatorischer Sicht einfach zu implementieren. Aber im Falle von Kryptowährung muss man sie zuerst als gesetzliches Zahlungsmittel zulassen."

Im Rahmen seiner Bemühungen wird der Ausschuss Berichten zufolge auch eine Analyse der Aussichten und Folgen der Legalisierung von Kryptowährungen durch die Regierung vorlegen.

Laufende Anhörungen über das umstrittene Verbot der RBI haben dazu geführt, dass die Justiz sich weigert, denjenigen, die angeben, betroffen zu sein, eine einstweilige Verfügung zu gewähren. Vor kurzem hat das Gericht die Endverhandlung über das Verbot, ursprünglich für den 20. Juli angesetzt, bis September 2018 verschoben.