Im Zuge der durch das Coronavirus ausgelösten Krise hat eine Cybersicherheitsfirma Gesundheitsdienstleistern, die von Krypto-Erpressungstrojanern betroffen sind, ihre kostenlose Hilfe angeboten.
Laut einer Pressemitteilung vom 18. März hat sich die Cybersicherheitsfirma Emsisoft mit Notfalldienst Coveware zusammengetan, um Gesundheitsdienstleistern mit Serviceleistungen zur Bekämpfung von sogenannter „Ransomware“ zu helfen.
Dadurch soll es betroffenen Unternehmen aus dem Gesundheitswesen möglich sein, schnell wieder ihren Betrieb aufzunehmen, um in den Krisenzeiten Patienten versorgen zu können.
Eine tödliche Mischung
Wie die Cybersicherheitsfirma schreibt, treten Erpressungstrojaner saisonal auf und treiben vor allen Dingen im Frühling und Sommer ihr Unwesen.
Emsisoft vermutet, dass Erpressungstrojaner momentan verstärkt aktiv sind, da viele Firmen ihre Mitarbeiter wegen dem Coronavirus in Home-Office schicken, wobei diese Netzwerke oftmals provisorisch eingerichtet sind und deshalb erhebliche Sicherheitslücken aufweisen können.
Brett Callow, ein Analyst von Emsisoft erklärt gegenüber Cointelegraph, dass sich die meisten Erpressungstrojaner durch E-Mails oder schlecht abgesicherte Remote-Netzwerkverbindungen Zugang zu Firmennetzwerken verschaffen können:
„Wir gehen davon aus, dass es eine beträchtliche Zunahme an Erpressungstrojanern geben wird, die unglücklicherweise mit der Hochzeit des Coronavirus (COVID-19) zusammenfallen könnte. Eine tödliche Mischung.“
Ende des letzten Jahres hatte Emsisoft einen Forschungsbericht veröffentlicht, aus dem hervorging, dass 2019 mindestens 764 Gesundheitsdienstleister von Erpressungstrojanern befallen wurden. Die Cybersicherheitsfirma befürchtet, dass sich diese Zahl in Zeiten der Krise drastisch erhöhen wird und womöglich „für menschliche Verluste“ sorgt.
Diagramm der gemeldeten Erpressungstrojaner pro Monat. Quelle: Emsisoft
Da die Dringlichkeit also beträchtlich höher ist als sonst, will das Unternehmen den Gesundheitsdienstleistern kostenlos technische Hilfe und die benötigten Entschlüsselungsprogramme zur Verfügung stellen. Sollte auch dies nicht helfen, will Emsisoft sich als Mittler bei der Abwicklung von etwaigen Lösegeldzahlungen an die Angreifer beteiligen und dafür sorgen, dass alle Daten im Anschluss an die Freigabe schnellstmöglich wiederhergestellt werden können.
Ransomware wird zunehmende Bedrohung
In einer Wirtschaft, die zunehmend abhängig ist von Technologie werden Erpressungstrojaner für Kriminelle immer mehr zum Mittel der Wahl. Dementsprechend hat der amerikanische Senat zum Beispiel jüngst geprüft, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um für mehr Cybersicherheit zu sorgen.
Dabei sind sich die Hacker nicht zu schade, aus der Corona-Krise Kapital zu schlagen, denn inzwischen ist Ransomware im Umlauf, die sich Zugriff auf die Rechner ihrer potenziellen Opfer erschleichen will, indem sie sich als Informationsblatt über das Coronavirus tarnt.
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