Japan: Finanzaufsichtsbehörde prüft Kryptobörsen auf Einhaltung von AML-Richtlinien

Die japanische Finanzdienstleistungsbehörde (FSA) hat mehreren inländischen Kryptobörsen Geschäftsverbesserungen angeordnet. Das geht aus einem Bericht von Cointelegraph Japan von heute, 1. Juni, hervor.

Eines der Hauptanliegen der FSA ist die Einhaltung von Anti-Geldwäsche-Anforderungen (AML) bei den Börsen. Die Begutachtungen der Behörde ergaben, dass mehrere Kryptobörsen, die unter ihrer Aufsicht stehen, nicht genügend Know-Your-Customer (KYC)-Kontrollen durchführen, um die Identität ihrer Nutzer zu bestätigen und "schlechte Akteuren" vom Handel fernzuhalten.

Die Regulierungsbehörde hat auch Bedenken hinsichtlich der Fälle geäußert, in denen die Kunden-Vermögenswerte ihres Erachtens nach nicht angemessen von denen der Börse getrennt werden.

Die jüngsten Anordnungen der Regulierungsbehörde richteten sich an insgesamt zwölf Kryptobörsen, von denen zwei offiziell zugelassene Börsen und zehn "Quasi-Betreiber" sind, was bedeutet, dass ihr Antrag auf eine FSA-Betriebsgenehmigung noch aussteht.

Laut Cointelegraph Japan wird die FSA voraussichtlich noch in diesem Monat einen Bericht veröffentlichen, der die Ergebnisse ihrer Inspektionen zusammenfasst und weitere Hinweise zu den erforderlichen Kundenschutzmaßnahmen enthalten wird.

Zwei hochkarätige Skandale um japanische Kryptobörsen - nämlich einerseits der beispiellose Coincheck-Hackangriff im Januar, bei dem 450 Mio. Euro gestohlen wurden, und andererseits der berüchtigte Zusammenbruch von Mt. Gox aus Tokio - haben zu verstärkten Eingriffen der Finanzaufsichtsbehörde des Landes geführt.

Seit April 2017 verlangt Japans Zahlungsdienstleistungsgesetz, dass alle Kryptobörsen eine FSA-Lizenz haben. Die ersten Lizenzen wurden im September genehmigt. Die Regulierungsbehörde hat dieses Jahr die Bestimmungen weiter verschärft und den Schwerpunkt auf die Einhaltung von AML- und KYC-Richtlinien legte.

Ein Selbstregulierungsgremium für japanische Börsen wurde im April ins Leben gerufen, um den inländischen Betreibern zu helfen, von denen einige sich dazu entschlossen haben, ihren Betrieb freiwillig zu schließen anstatt sich dem steigenden Druck durch die FSA auszusetzen. Nichtsdestotrotz zeigt das Land weiterhin eine boomende Krypto-Akzeptanz.

Letzten Monat kündigte ein führendes japanisches Fintech-Unternehmen an, in diesem Jahr noch eine Krypto-Vermögenswertbörse eröffnen zu wollen.