Die japanische Kryptowährungsbörse Zaif hat eingestanden, dass Kunden letzte Woche durch einen "Systemfehler" Bitcoin im Wert von Billionen von Euro kostenlos "kaufen" konnten. Das geht aus einem Bericht des lokalen Online-Journals The Asahi Shimbun vom Mittwoch, 21. Januar, hervor.

Zaif informierte seine Nutzer am Dienstag, den 20. Januar, in einem Post auf ihrer Website über den Fehler. Darin erklärte die Börse, dass Nutzer am 16. Februar aufgrund eines Versehens 18 Minuten lang Yen für virtuelle Währung "handeln" konnten  - zu einem Kurs von 0 Yen pro Coin.

Asahi Shimbun berichtet, dass sieben Nutzer Krypto "gratis" bekommen konnten. Doch der Börse gelang es, alle unerlaubten Transaktionen abzubrechen.

Asahi Shimbun berichtet weiterhin, dass ein "Käufer" versucht hat, 2.200 Bio. Yen (etwa 16,2 Bio. Euro) in Bitcoin zu verkaufen, bevor das Problem gelöst wurde.

Zaifs Twitter-Posts zeigen weitere Kritik von Nutzern, die sich über eine schlechte Backend-Leistung und mangelnden Support beschweren.

Zu den bereits vorhandenen Schwierigkeiten bei Zaif gesellt sich nun auch eine verstärkte regulatorische Prüfung hinzu. Grund dafür ist der 430-Millionen-Euro-Hackangriff auf die japanische Kryptobörse Coincheck im Januar.

Trotz der Sicherheitsfehltritte erfreut sich Japans Börsenlizenzsystem seit der rechtlichen Überarbeitung dieses Bereiches im April 2017 einer großen Beliebtheit.

Die lizenzierten Mitglieder werden ab April dieses Jahres sogar Teil einer Dachgruppe sein, die sich selbst reguliert. Dabei müssen die Details noch ausgearbeitet werden, wie Cointelegraph erst kürzlich berichtete.

Technische Fehler bei Mainstream-Verbraucherschnittstellen sind zurzeit alles andere als selten. Im Januar 2018 enthüllte der Online-Einzelhandel Overstock einen Fehler, durch den Kunden zwischen Bitcoin und Bitcoin Cash als Zahlungsoptionen wählen konnten, wobei die beiden Währungen versehentlich den gleichen Kurs hatten.

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