Südkoreas größter Stromanbieter plant Einsatz von Blockchain für neues Netzsystem

Südkoreas größter Stromversorger KEPCO plant für seine neuen „Smart-Grids“ (intelligente Stromnetze) den Einsatz von Blockchain und weiteren innovativen Technologien, wie es in einer offiziellen Pressemitteilung vom 19. November heißt.

Das Unternehmen KEPCO hat eine 15,9 Mrd. US-Dollar starke Marktkapitalisierung, wobei die südkoreanische Regierung und eine staatliche Bank die Mehrheitsanteile halten. Damit hat die Firma ein „Quasi-Monopol” über die Stromversorgung des Landes, wie die asiatische Zeitung Nikkei beschreibt.

Das neue „Open Microgrid“ (offenes Inselnetz) von KEPCO nutzt Blockchain und andere Technologien, um dadurch die Strom-Infrastruktur zu optimieren. Dies soll besonders der Stromerzeugung durch Wasserstoff zugutekommen, die in Südkorea immer stärker vorangetrieben wird. Dabei soll auf Dezentralisierung, Dekarbonisierung und Digitalisierung gesetzt werden, denn diese drei Punkte werden in der Pressemitteilung als die entscheidenden „Trends“ der Zukunft gesehen.

Wie es in der Mitteilung weiter heißt, hatten frühere Inselnetze Probleme, eine stabile Netzversorgung aufrechtzuerhalten, da diese meist aus kleineren Photovoltaikanlagen (Solaranlagen), Windrädern und Energiespeichern bestanden.

KEPCOs „Open MG” will deshalb auf eine „zusätzliche Brennstoffzelle“ zurückgreifen, um Selbstversorgung und Effizienz zu verbessern, ohne Treibhausgase zu generieren, wie ein Mitarbeiter des Unternehmens erklärt. Obwohl die eingesetzten Anlagen internationalen Standards entsprechen, soll das Inselnetz größere Interoperabilität aufweisen, wodurch „Flaschenhälse“ und Fragmentierung vermieden werden.

Laut Pressemitteilung plant KEPCO das Microgrid im industriellen Maßstab aufzubauen, wodurch das „erste“ Megawatt starke Inselnetz Südkoreas entstehen soll.

Wie letzten Monat berichtet hat KEPCO sich mit den japanischen Firmen Mitsubishi UFJ Bank, dem IT-Dienstleister Nihon Unisys und der Universität Tokio zusammengetan, um in einem gemeinsamen Projekt die Einsatzmöglichkeiten von Blockchain in der Energieversorgung zu erforschen.

Im November hat die südkoreanische Regierung zugesichert, das Budget für die Entwicklung der heimischen Blockchain und Distributed-Ledger-Technologien (DLT) auf 35 Mio. US-Dollar zu verdreifachen.