Die Beratungsgesellschaft KPMG hat am 26. Juni eine auf die Schweiz fokussierte Studie zum Thema organisiertes Verbrechen und Geldwäsche veröffentlicht, in dem auch die diesbezügliche Rolle von Kryptowährungen analysiert wird.

KPMG widmet dem Thema Kryptowährungen einen gesonderten Artikel, welcher die Methodik veranschaulicht, welche Kriminelle zur Geldwäsche über Digitalgeld nutzen. Im an Finanzinstitutionen gerichteten Text gibt KPMG darüber hinaus Tipps, wie dem noch recht jungen Phänomen von den Verantwortlichen der Finanzbranche begegnet werden kann.

Laut KPMG ist Geldwäsche durch den Kauf von Kryptowährungen über Online-Plattformen oder einem Krypto-Geldautomaten leicht möglich, wenn man auf die Dienste von Komplizen zurückgreift, die saubere Polizeiakten, einen Arbeitsplatz und ein tadelloses Online-Profil vorweisen können. Durch einen mehrstufigen Prozess durch Kauf und Überweisung von Krypto-Beträgen könne Geld kriminellen Ursprungs leicht gewaschen werden. KPMG schreibt dazu:

“Geldwäscher nutzen Misch- (oder Tumbling)-Dienste, um primäre Tokenadressen gegen temporäre digitale Wallet-Adressen auszutauschen, um die Blockchain zu täuschen und die Rückverfolgbarkeit von Audits zu unterbrechen. Eine andere Taktik verwendet falsche Empfangsadressen, um Transaktionen auf Backup-Adressen umzuleiten, was ebenfalls den Audit-Trail unterbricht. Die gemischten Primärtoken werden dann an eine vorgeschaltete digitale Börse übertragen, um privat Token zu kaufen.”

Banken könnten sich deshalb nicht mehr auf Anti-Geldwäsche-Konzepte verlassen, die bei klassischen Zahlungsmitteln funktionierten. In einer Zeit, in der immer mehr und höhere Sanktionen gegen Finanzinstitute verhängt werden, ergebe sich für diese dadurch eine ernstzunehmende Gefahr.

Um dem noch jungen Phänomen Herr zu werden, schlägt KPMG ein Bündel von Maßnahmen vor. Dazu gehörten neben einem IT-gestützten Monitoring von Transaktionen auch eine verstärkte Regulierung und die Einbeziehung von externen ID-Anbietern, mit denen ein gewisser Grad an Anonymität mit einer verbesserten Überwachbarkeit durch Strafverfolgungsbehörden kombiniert werden könne.

Um Geldwäsche wirksam zu bekämpfen, müssten deshalb Regulierungsbehörden und Finanzinstitutionen gemeinsam tätig werden, so KPMG weiter.

“Regulierungsbehörden müssen modernere, zielgerichtetere Normen entwickeln, die den Herausforderungen dieses sich rasch entwickelnden Bereichs gerecht werden. Und die Finanzinstitute müssen die Verantwortung dafür übernehmen, dass ihre Systeme und Prozesse in der Lage sind, die Risiken so weit wie möglich zu minimieren.”

Die Möglichkeit zur Geldwäsche ist seit langem einer der Hauptkritikpunkte von Kryptowährungen. Besonders Krypto-Börsen, die den leichten Umtausch von Kryptowährungen in Bargeld ermöglichen, sind vielen Regierungen deshalb ein Dorn im Auge. Mit Bitfinex sah sich bereits eine der größten Kryptobörsen weltweit Anschuldigungen ausgesetzt, an Geldwäsche beteiligt gewesen zu sein.

Die G20 haben bei ihrem Zusammentreffen im März 2018 bereits über das Thema beraten um eine künftige internationale Abstimmung zu erleichtern. Viele Länder, wie etwa Taiwan, wollen das Problem durch eigene Regularien zumindest innerhalb ihres Landes lösen.

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