Krypto-Franken: Schweizer Bundesrat sieht keinen Zusatznutzen

Der Schweizer Bundesrat hält laut einem am 13. Dezember veröffentlichten Bericht die Einführung eines Krypto-Frankens als digitale Zentralbankwährung (CBDC) nicht für sinnvoll.

E-Franken: Aktuell kein Zusatznutzen

Gegenwärtig würde ein solcher E-Franken für die Schweiz keinen Zusatznutzen bringen und eher neue Risiken schaffen, insbesondere im Bereich der Finanzstabilität.

Der vom Bundesrat vorgelegte ausführliche Bericht im Umfang von 43 Seiten erfüllt das bereits im März 2018 angenommene “Postulat Wermuth (18.3159)”. Mit diesem hatte sich die Regierung zur Prüfung der “Möglichkeiten, Chancen und Risiken der Einführung und Herausgabe eines Kryptofrankens (e-Frankens)” verpflichtet.

Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass digitales Zentralbankgeld die damit verbundenen Erwartungen “nicht oder nur bedingt erfüllen kann, die Auswirkungen je nach Ausgestaltung vielschichtig sein können und es für die meisten genannten Bereiche bessere Lösungen gibt.”

Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) teile diese Auffassung und sehe “vor allem die neuen Risiken für die Geldpolitik und die Finanzstabilität als große Herausforderung”.

Einer rein auf Finanzmarktakteure zugeschnittenen Variante von digitalem Zentralbankgeld steht der Schweizer Bundesrat jedoch offener gegenüber. Diese erscheine nach heutigem Stand erfolgversprechender und “hätte nicht dieselben weitreichenden und grundlegenden Auswirkungen wie allgemein zugängliches digitales Zentralbankgeld”.

So könnte ein von der SNB herausgegebener ‘Wholesale Token’ dazu beitragen, “die Effizienz im Handel, der Abwicklung und der Bewirtschaftung von Wertschriften zu erhöhen”.

Der Bundesrat und die SNB wollen das Thema deshalb weiterhin “aktiv verfolgen”. Eine Positionsänderung werde aufgrund der dynamischen technologischen Entwicklung nicht ausgeschlossen. Der Bundesrat schreibt dazu:

“Die rasche technologische Entwicklung, sich ändernde Zahlungsbedürfnisse und die Erfahrungen anderer Länder können in Zukunft zu einer neuen Beurteilung von Chancen und Risiken von digitalem Zentralbankgeld für die breite Bevölkerung führen.”

Debatte zu CBDCs geht weiter

Die Schweiz beschäftigt sich bereits länger intensiv mit dem Konzept digitaler Zentralbankwährungen (CBDC). Auf einer im Mai dieses Jahres von der Schweizer Nationalbank ausgerichteten Konferenz spielte das Thema eine wichtige Rolle.

In Deutschland haben sich Finanzminister Olaf Scholz, der Bankenverband und die Wirtschaftsverbände BDOA und HDE bereits für einen digitalen Euro ausgesprochen. Die Bundesbank sieht dafür allerdings laut einer Stellungnahme vom Oktober dafür keinen Bedarf.