Krypto-Krimi um Envion: Staatsanwaltschaft durchsucht Geschäftsräume von Ex-CEO Woestmann

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat eine Durchsuchung der Geschäftsräume des ehemaligen Envion-CEO Matthias Woestmann und seines Anwalts veranlasst. Dies berichtete Finance Forward am 24. Oktober.

Beweismittel sichergestellt

Bei der Aktion seien Beweismittel zu dem insolventen Schweizer Krypto-Startup sichergestellt worden. Weitere Informationen gab es nach einer Anfrage des Finanzmagazins weder von Seite der Betroffenen noch von der Staatsanwaltschaft. Bis zu einer endgültigen Aufklärung gelte weiterhin die Unschuldsvermutung.

Der Durchsuchung war eine abschließende Entscheidung des Kammergerichts Berlin vorausgegangen. Ex-Envion-CEO Matthias Woestmann hatte gegen ein zuvor gefälltes Urteil zum zweiten Mal Beschwerde eingelegt, er habe sich rechtswidrig die Kontrolle des Unternehmens über eine Kapitalerhöhung gesichert.

Nach der Gerichtsentscheidung hatten die Gründer des in Liquidation befindlichen Schweizer Krypto-Startups bekanntgegeben, die verbleibenden Barmittel an die Teilnehmer ihres Initial Coin Offerings (ICO) zurückgeben zu wollen.

Wer ist schuld am Envion-Debakel?

Nachdem die Rechtsverhältnisse rund um die Pleite des in Insolvenz befindlichen Krypto-Startups nun geklärt sind, geht es der Staatsanwaltschaft offenbar um eine strafrechtliche Aufklärung des Falls Envion.

Envion war durch ein Gerichtsurteil des Kantonsgerichts Zug nach einem Rechtsstreit zwischen Ex-CEO Woestmann und den Envion-Gründern im November 2018 geschlossen worden. Das Startup war ursprünglich angetreten, dezentrale, saubere Energie wie Wasserkraft und Solarstrom für die Versorgung mobiler Mining-Anlagen zu nutzen. Bei seinem Initial Coin Offering (ICO) hatte Envion 100 Millionen US-Dollar eingenommen.