Envion-Gründer geben nach Urteil gegen Ex-CEO übrige ICO-Einnahmen zurück

Die Gründer des in Liquidation befindlichen Schweizer Krypto-Startups Envion werden die verbleibenden Barmittel an die Teilnehmer ihres Initial Coin Offerings (ICO) zurückgeben. Dies teilte eine von den Envion-Gründern beauftragte Kommunikationsagentur am 30. September per Pressemitteilung mit.

Gründer geben übrige ICO-Millionen zurück

Wie die Gründer bekanntgeben, werde der “Erlös aus ihrem Engagement für die Envion AG an das Liquidation Upgrade Program (LUP), einer unabhängig geführten Gesellschaft” übertragen. Das LUP werde anschließend die Verteilung an berechtigte ICO-Teilnehmer übernehmen. 

Das Kammergericht Berlin hatte eine zweite Beschwerde von Ex-Envion-CEO Matthias Woestmann gegen ein zuvor gefälltes Urteil abschließend abgewiesen. Woestmann hatte seine Vollmachten als Verwaltungsratschef zu einer versteckten Kapitalerhöhung benutzt, die den Anteil der Gründer von zuvor 81 Prozent auf nur noch 31 Prozent schmälerte. Durch diese nicht abgestimmte Maßnahme sicherte sich Woestmann rechtswidrig die Kontrolle des Unternehmens.

Dem von Envion beauftragten LUP können laut der Mitteilung “alle Inhaber von Token beitreten, die sie von der Gesellschaft im Zuge des Initial Coin Offering (ICO) im Jahr 2018 erhalten oder danach von Kryptowährungsbörsen erworben haben”.

Zu der Entscheidung, einen externen Dienstleister mit der Rückzahlung zu beauftragen, erklärte Envion-Co-Founder Michael Luckow:

“Die Gründer sind davon überzeugt, dass ein unabhängiges Unternehmen ohne jede Verbindung zu Envion am besten dazu geeignet ist, das Vertrauen der Envion-Community zurückzugewinnen. Das Liquidation-Upgrade-Programm ist unsere Reaktion auf die Frustrationen der geschädigten Mitglieder unserer Community.”

Man wolle “nicht von der unglücklichen Situation der Anleger, die von Woestmann und seinen Komplizen verursacht wurden, profitieren”.

100 Millionen US-Dollar an ICO-Einnahmen 

Die Envion AG war durch ein Gerichtsurteil des Kantonsgerichts Zug nach einem Rechtsstreit zwischen Ex-CEO Woestmann und den Gründern im November 2018 geschlossen worden. Das Startup war ursprünglich angetreten, dezentrale, saubere Energie wie Wasserkraft und Solarstrom für die Versorgung mobiler Mining-Anlagen zu nutzen. Bei Envions ICO hatte das Startup 100 Millionen US-Dollar eingenommen.