Der starke Abschwung von Bitcoin in dieser Woche hat dazu geführt, dass die marktführende Kryptowährung nicht mehr zu den zehn größten Vermögenswerten der Welt nach Marktkapitalisierung zählt. Dies unterstreicht, wie schwierig die Kursentwicklung in den letzten Monaten war, da die Märkte weiterhin die größte Zwangsliquidation in der Geschichte der Kryptobranche verdauen.
Mit einem Kurs von rund 83.000 US-Dollar pro Coin ist die Marktkapitalisierung von Bitcoin (BTC) auf etwa 1,65 Billionen US-Dollar gesunken und liegt damit weltweit nur noch auf Platz 11. Damit befindet sich Bitcoin laut Datendiensten knapp hinter dem staatlichen Ölriesen Saudi Aramco und hinter der Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC).
Im Gegensatz dazu hat sich Gold nach einer rekordverdächtigen Rallye mit großem Abstand an die Spitze gesetzt und damit seine Position als weltweit größter Vermögenswert gefestigt. Die Gewinne gingen mit einem explosionsartigen Anstieg der Gold-Futures einher, ein Trend, der auch in den jüngsten Daten der Kryptobörse MEXC deutlich wird.

Die Marktkapitalisierung von Bitcoin erreichte im Oktober mit fast 2,5 Billionen US-Dollar ihren Höchststand, als die Kurse kurzzeitig über 126.000 US-Dollar stiegen. Der jüngste Abverkauf wurde durch Long-Liquidationen im Wert von etwa 1,6 Milliarden US-Dollar ausgelöst, wodurch die Kurse rapide von fast 90.000 US-Dollar auf unter 82.000 US-Dollar fielen.
Dieser Abschwung hat erneut Befürchtungen geweckt, dass sich die weltweit größte Kryptowährung möglicherweise in der Anfangsphase eines längeren Bärenmarktes befindet.

Schlechte Vorzeichen für Bitcoin
Der heftige Rückgang von Bitcoin sorgte für zusätzliche Unsicherheit auf den Kryptomärkten. Hoffnungsschimmer für die Branche ist derweil, dass US-Präsident Donald Trump Spekulationen zufolge erwägt, den kryptofreundlichen Kevin Warsh als Nachfolger für den Vorsitzenden der US-Zentralbank, Jerome Powell, zu ernennen.
Trump bestätigte inzwischen bereits die Nominierung von Warsh, nachdem diese zuvor als Gerücht kursiert war. Warsh muss allerdings erst noch vom Senat abgesegnet werden, bevor er die Führung der Zentralbank übernehmen kann, wenn Powells Amtszeit im Mai ausläuft.
Dennoch hat Bitcoin zuletzt deutlich schlechter abgeschnitten als andere Vermögenswerte und liegt sowohl hinter risikobehafteten Finanzprodukten wie Aktien als auch hinter traditionellen sicheren Häfen wie Gold zurück, obwohl die Bedingungen ansonsten günstig wären, darunter ein schwächelnder US-Dollar.
Eine aktuelle Analyse des Market-Makers Wintermute kam zu dem Schluss, dass das Jahr 2025 einen entscheidenden Bruch mit dem traditionellen Vierjahreszyklus von Bitcoin markieren könnte, was das wohl beständigste Narrativ der Branche in Frage stellt. Das Unternehmen erklärte zugleich, dass die Aussichten für eine breitere Erholung im Jahr 2026 weiterhin sehr situationsbedingt sind.

Der Analyse zufolge würde eine nachhaltige, marktweite Erholung wahrscheinlich von mehreren Faktoren abhängen, darunter erweiterte Mandate von börsengehandelten Fonds und Unternehmen für digitale Vermögenswerte sowie eine Rückkehr nachhaltiger Zuflüsse in Bitcoin und Ethereum (ETH).
Wintermute argumentierte, dass derartige Zuflüsse und nicht nur kurzfristige Kursbewegungen erforderlich seien, um einen Vermögenseffekt zu erzeugen, der sich auf den gesamten Kryptomarkt ausbreiten könnte.

