Malta Aufsichtsbehörde hält Blockchain-Unternehmen zur Geduld an, ehe diese sich für Zulassung bewerben können

Die Finanzdienstleistungsaufsicht von Malta (MFSA) gab in einer Mitteilung bekannt, dass Blockchain-Unternehmen warten müssen, bis ein kürzlich verabschiedeter Gesetzesentwurf in Kraft tritt, ehe sie sich für ein Zulassungsverfahren bewerben können. Dies geht aus einem Bericht der Zeitung Times of Malta vom 20. Juli hervor.

In einer heute veröffentlichten Meldung gab die MFSA an, dass sie einen neuen gesetzlichen Rahmen entwickelt, der die jüngst verabschiedeten Blockchain-Gesetze unterstützen soll. Damit soll erreicht werden, dass Unternehmen warten müssen bis die Behörde grünes Licht gibt, bevor Unternehmen sich für einen Lizensierungsprozess anmelden können. Der Virtual Financial Assets Act (VFAA), der von Maltas Parlament am 5. Juli verabschiedet wurde, enthält umfassende gesetzliche Regelungen für die Distributed-Ledger-Technologie (DLT). Mit diesem Gesetz wird Malta wohl zum ersten Land der Welt, das rechtliche Sicherheit für Blockchain-Unternehmen schafft.

Laut der Times of Malta hat die MSFA in den vergangenen Wochen die Meinungen von Marktteilnehmern zu den neuen Gesetzen eingeholt und berücksichtigt verschiedenste Problemstellungen des VFAA von Gebühren bis zu Strafzahlungen.

Die MFSA lässt sich beraten in Hinsicht auf ein sogenanntes Regelbuch für die entsprechenden Gesetze. Das erste Kapitel wird dabei bis Ende Juli bearbeitet. Danach will die MFSA dem noch zwei weitere Kapitel hinzufügen, die sich an die Herausgeber unter dem VFAA und an Dienstleistungsanbieter richtet. Am Ende des Beratungszeitraums will die MFSA endgültige Richtlinien und Vorschriften für den VFAA festlegen, um das neue Gesetz in Kraft zu setzen.

Bis dahin sollen Unternehmen die Mitteilungen der Behörde zum Gesetzesrahmen über virtuelle Finanzanlagen beachten, damit sie über aktuelle Entwicklungen und Änderungen informiert sind.

Malta beabsichtigt einen Krypto-freundlichen Rechtsraum zu schaffen und damit zur „Blockchain Insel“ zu werden. Eine Vielzahl an Krypto- und Blockchain-Unternehmen hat Malta schon als Standort auserkoren, darunter die Kryptobörsen OKex, Binance, und BitBay.

Zuvor hatte Binance diesen Monat ihren Plan angekündigt, eine Blockchain-basierte Bank mit „tokenisierter” Teilhabe zu gründen. Diese „Founders Bank“ würde den Besitzern der entsprechenden digitalen Münzen (Tokens) gehören und hätte seinen Sitz in Malta. Ziel ist es, die weltweit erste dezentralisierte Bank im Besitz der Community zu sein.