Neuer Blockchain-Chef der Deutsche Börse Group: Blockchain bietet Chancen für neue Produkte

Der neue Blockchain-Chef  der Deutschen Börse Group, Jens Hachmeister, will mit seinem Team Chancen der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) für neue Produkte des eigenen Unternehmens nutzen, so ein am 30 August auf der Webseite des Unternehmens veröffentlichtes Interview.

Laut Hachmeister ist die DLT eine von drei Säulen des “Roadmap 2020” genannten Wachstumsprogramms der Deutschen Börse Group. Das Unternehmen ist mit der Frankfurter Börse, dem automatisierten XETRA-Handel, der Derivatebörse Eurex und der in Luxembourg beheimateten Clearingstelle Clearstream einer der führenden Finanzmarktdienstleister in Europa.

Welche Möglichkeiten sich für sein Unternehmen aus der DLT ergeben, fasste Hachmeister mit folgenden Worten zusammen.

”Aus Sicht der Deutschen Börse ist die DLT/Blockchain-Technologie eine wichtige Möglichkeit, neue Marktstrukturen zu schaffen, neue Produkte in unsere bestehenden Strukturen einzubauen und unser bestehendes Angebot zu erweitern. Ihr Potenzial erstreckt sich über die gesamte Wertschöpfungskette - Pre-IPO/Listing, Handel und Clearing, Settlement und Custody sowie das Daten- und Analysegeschäft.”

Der Manager, welcher das neu geschaffene Team für DLT, Krypto-Assets und neue Marktstrukturen leitet, räumte aber ein, dass die Blockchain nicht die Antwort auf alle Fragen des Unternehmens sein wird. Die digitale Wirtschaft sei aber “im Allgemeinen auf dem Weg zur Dezentralisierung”. “In Zukunft wird es mehr Peer-to-Peer-Marktplätze und weniger Intermediäre geben”, meint Hachmeister.

Auch zu den ersten Chancen, die DLT zu nutzen, äußerte sich der Blockchain-Verantwortliche des Börsenbetreibers.

“Wir sehen, dass mehrere Marktangebote, die auf DLT/Blockchain-Technologie basieren, bereits die gesamte Wertschöpfungskette des Konzerns durchdringen und unsere traditionelle Marktinfrastruktur in Frage stellen - zum Beispiel Innovationen bei der Eigenkapitalfinanzierung durch Initial Coin Offerings (ICOs), dezentrale Sekundärmarktplattformen oder Blockchain-basierte Custody-Lösungen, um nur einige zu nennen.“

Sein Unternehmen habe bereits in verschiedene Initiativen investiert, “um ein fundiertes Verständnis der Trends, der Technologie und ihres Potenzials innerhalb der traditionellen Segmente” der eigenen Wertschöpfungskette zu schaffen. Das DLT-Team der Deutschen Börse Group umfasst zum Start 24 Mitglieder, die sich dem Thema projektbasiert widmen werden.

Auch andere klassische Börsenbetreiber sind bereits auf den Blockchain-Zug aufgesprungen, wie etwa die Shanghai Stock Exchange (SSE), die Aktienbörse von Tel Aviv (TASE) und die kanadische Wertpapierbörse (CSE).