8 Prozent aller gemixten Kryptos aus illegalen Aktivitäten

Nur 8,1 Prozent aller Gelder, die an Kryptowährungsmixer geschickt werden, sind gestohlene Gelder, wie das New Yorker Blockchain-Analyse-Unternehmen Chainalysis berichtete.

Primär aus Datenschutzgründen genutzt

Laut einem kürzlichen Chainalyse-Webinar stamme die Mehrheit der Gelder, die an Kryptowährungsmixer oder Tumbler geschickt werden, von Börsen. Das deutet darauf hin, dass diese Gelder hauptsächlich aus Datenschutzgründen dahin geschickt und nicht für illegale Aktivitäten verwendet werden.

Im Webinar mit dem Titel "Kryptowährungstypologien: Was Sie über Blockchains wissen sollten" am 14. August wurde eine Vielzahl von Risikotypologien in der Kryptobranche behandelt. Darunter fallen etwa Darknet-Märkte, Terrorismusfinanzierung, sanktionierte Kryptowährungsadressen, gestohlene Gelder und Betrug.

Immer noch sehr oft für gestohlene Kryptowährungen verwendet

In der Webinar-Präsentation beschrieb Chainalysis einen Krypto-Mixer als Webseiten oder Software zur Verschleierung der Quelle des Geldes. Dabei sind keine Identitätsprüfungen erforderlich und diese gibt es sowohl im Clearnet als auch im Darknet und werden typischerweise zentral gesteuert. 

Chainalysis beschrieb Mixer als eine hochriskante Typologie und behauptet, dass bis zu 40 Prozent aller Gelder für Krypto-Tumbler aus Kryptobörsen stammen würden. Nur 2,7 Prozent werden dabei vom Darknet aus verschickt. 

Ein beträchtlicher Teil des Geldes bei Krypto-Mixern wird durch diejenigen repräsentiert, die aus anderen Mixer-Services stammen. Das soll zusätzlich noch verschleiern, wie Hanna Curtis, die leitende Daten-Produktmanagerin bei Chainalysis erklärte.

Etwa 8 Prozent der Coins, die über Krypto-Mixer gehen, sind gestohlene Coins. Diese Anonymisierungsdienste sind allerdings immer noch die erste Anlaufstelle für gestohlene Kryptowährungen, so Curtis.

Herkunft des Geldes auf Krypto-Mixern

Herkunft des Geldes auf Krypto-Mixern Quelle: Chainalysis

Außerdem hieß es von Chainalysis, dass dezentrale Mixerprotokolle aufgrund der Bedenken der Strafverfolgungsbehörden gegenüber deren zentralisierten Pendants immer beliebter werden.

Nach Angaben des Unternehmens hat Wasabi Wallet im Jahr 2019 bisher insgesamt 250 Mio. US-Dollar an Bitcoin (BTC) gemischt und verzeichnete seit Januar einen deutlichen Volumenanstieg.

Im Vergleich dazu mischte der große zentralisierte Krypto-Tumbler Bestmixer, der im Mai 2019 von Europol aus dem Verkehr gezogen wurde, laut Chainalysis in zwölf Monaten etwa 200 Mio. US-Dollar.

Vor kurzem veröffentlichte die Krypto-Kapitalflussfirma Clain aus Luxemburg eine Studie, in der sie behauptete, dass mindestens 4.836 Bitcoin, die von der Börse Binance im Mai 2019 gestohlen wurden, mittels dem Krypto-Mixer Chipmixer gewaschen wurden.