Niederländische Krypto-Lizenz: Anonymer Kauf und Verkauf sollen unterbunden werden

Der niederländische Finanzminister Pete Hoekstra hat eine offizielle Empfehlung bekommen, ein Lizenzsystem für Kryptodienste einzuführen. Das geht aus einem Bericht der niederländischen Nachrichtenplattform Nederlandse Omroep Stichting (NOS) vom 18. Januar hervor.

Hoekstra hat Berichten zufolge Anfang letzten Jahres die niederländische Finanzmarktaufsicht und die Zentralbank De Nederlandsche Bank um Rat im Bezug auf Kryptowährungen gebeten.

Der Minister gab bekannt, dass er sofort nach Erhalt mit der Arbeit im Sinne der Empfehlung begonnen habe. Dem Artikel zufolge hat der Rückgang des spekulativen Wahns im Kryptobereich die Einführung von Anlegerschutzmaßnahmen weniger dringlich gemacht. Aufgrund dieser geringeren Dringlichkeit soll der Schwerpunkt auf die Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung mittels Krypto gelegt werden.

Der niederländische Finanznachrichtendienst stellte fest, dass die Zahl der ungewöhnlichen Transaktionen mit Kryptowährungen von durchschnittlich 300 auf bis zu 5.000 pro Jahr gestiegen ist, so NOS.

Das vorgeschlagene Lizenzsystem würde Berichten zufolge Kryptobörsen und Wallet-Anbieter verpflichten, die Transaktionen ihrer Kunden zu überwachen und verdächtige Aktivitäten an die Behörden zu melden. Die Börsen müssen auch Informationen über ihre Kunden sammeln und speichern, um sie im Falle einer Ermittlung an die Behörden weitergeben zu können.

Die niederländische Zentralbank hat Berichten zufolge angekündigt, dass die Unternehmen vor Erhalt der Lizenz geprüft werden. Dabei soll beispielsweise geprüft werden, ob sie in der Lage sind, die erforderlichen Benutzerdaten zu erheben.

Richard Kohl, Vorstandsmitglied der Bitcoin Nederland Foundation, hat Berichten zufolge erklärt, dass die Maßnahme "dramatisch für junge innovative Unternehmen" sei und er bezeichnete die neuen Regelungen als einen großen Rückschritt in der lokalen Innovationskultur.

In dem Artikel heißt es, er erwarte, dass die neue Regulierung den Unternehmen einen sehr hohen bürokratischen Aufwand und hohe Ausgaben abverlangen werde, um konform zu sein. All das werde laut Kohl zu erheblichen Wettbewerbsnachteilen gegenüber großen etablierten Akteuren, wie etwa Banken, führen.

Kohl erklärte Berichten zufolge auch, dass die tatsächlichen Gefahren von Kryptowährungen zu wenig erforscht seien und dass er die getroffenen Maßnahmen für zu extrem halte. Er hob auch seine Bedenken über andere mögliche Folgen mit Blick auf die Anforderung der Speicherung von Benutzerdaten hervor:

"Banken und Finanzinstitute müssen bereits heute den Überblick über Kunden- und Transaktionsinformationen behalten [...]. Sie würden sich wundern, wie gut unsere personenbezogenen Daten geschützt und verwendet werden. Die chinesische Regierung etwa will alle Transaktionen aller Bürger nachverfolgen können."

Wie Cointelegraph im Dezember letzten Jahres berichtete, werden Kryptowährungsdienstleister bald verpflichtet sein, eine Lizenz von der niederländischen Zentralbank zu beantragen.

Im August 2018 wurde berichtet, dass eine Führungskraft der niederländischen Zentralbank gesagt hatte, dass Kryptowährungen zwar kein "echtes Geld" seien, die Bank aber nicht die Absicht habe, sie zu verbieten.