Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini befürchtet „Zensur“ seiner Krypto-Kritik

Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Krypto-Gegner Nouriel Roubini hat Arthur Hayes, den Geschäftsführer von BitMEX, eindringlich dazu aufgefordert, die Aufzeichnungen ihres jüngsten Streitgespräches zu veröffentlichen.

Am 2. Juli setzte Roubini deshalb mehrere heftige Twitter-Mitteilungen ab, in denen er zunächst der gesamten Kryptobranche vorwarf, ein „mafiöses Schweigeabkommen getroffen zu haben“, da die entsprechenden Aufzeichnungen noch nicht öffentlich gemacht wurden. Anschließend beschuldigte er die Organisatoren der Konferenz „Blockchain Summit Asia“, auf der die Podiumsdiskussion zwischen Roubini und Hayes stattgefunden hatte, eine „Zensur“ durch Hayes und BitMEX zu unterstützen, da sie ihrerseits das Gespräch nicht aufgenommen hätten. Dabei hat sich der Ökonom in einer der Twitter-Mitteilung regelrecht in Rage geredet und meint:

„Und schon wieder eine Gaunerei von @CryptoHayes: Er hat der Blockchain-Konferenz nicht erlaubt, unser Gespräch aufzunehmen oder live zu übertragen. Er ist im Besitz der einzigen Aufnahme und wird diese erst veröffentlichen, sobald er sich seine „Highlights“ zusammengeschnitten hat. Ich habe @CryptoHayes in der Debatte zerstört und jetzt versteckt er sich. VERÖFFENTLICHE DAS VIDEO DU FEIGLING!“

Roubini ist in der Krypto-Community als lautstarker Kritiker berüchtigt, der immer wieder Spitzen abfeuert und steile Thesen formuliert, allerdings scheint er dieses Mal besonders erpicht darauf, seine Argumente in den Fokus der Öffentlichkeit rücken zu können.

Arthur Hayes gibt sich bisher allerdings entspannt und entgegnet, dass das Videomaterial vielmehr belegen würde, was für ein schlechtes Verständnis Roubini von Wirtschaft und Technologie habe.

Ein Cointelegraph Reporter, der bei der Veranstaltung zugegen war, ist allerdings der Meinung, dass Roubini nur altbekannte Argumente vorgebracht habe, in denen er behauptet, dass die Kryptobranche von Betrügern durchsetzt sei und dass die viel beschworene ‚Dreifaltigkeit‘ der Blockchain-Technologie – bestehend aus Sicherheit, Dezentralisierung und Skalierbarkeit – eine Lüge sei.  

Des Weiteren betonte Roubini erneut, dass Kryptowährungen nicht als Zahlungssystem taugen. In diesem Zusammenhang attestiert er der Blockchain, eine „Technologie der Steinzeit und keine digitale Revolution“ zu sein.

Eine Besucherin der Konferenz zeigt sich wenig begeistert von Roubinis Aussagen und meint, dass es sich hierbei um „die rechthaberischen Ansichten eines privilegierten Mannes“ handelt.

Wie zuvor berichtet, hatte die BitMEX im Zuge des jüngsten Bitcoin (BTC) Aufschwungs neue Rekordzahlen vermeldet. Die Handelsplattform ist momentan der größte Anbieter von Bitcoin-Derivaten. Geschäftsführer Hayes hatte zuletzt erklärt, dass der „Krypto-Winter” nun endgültig vorüber ist.

Im Frühjahr hatte sich Roubini auf einer Konferenz in New York ebenfalls stark kritisch geäußert. Hier bezeichnete er Kryptowährungen als „Mutter und Vater aller Spekulationsblasen“.

Als Antwort auf die jüngsten Anschuldigungen von Roubini hat ein Twitter-Nutzer eine alte Mitteilung des Wirtschaftswissenschaftlers hervorgeholt, um diesen sarkastisch zu fragen, wie Bitcoin von (damaligen 58 US-Dollar) auf 10.000 US-Dollar klettern konnte.