Bithumb dementiert Manipulationsvorwürfe

Die südkoreanische Kryptowährungsbörse Bithumb hat Behauptungen dementiert, nach denen sie ihr Handelsvolumen gefälscht habe. Das geht aus einem Bericht von Forbes vom 19. Dezember hervor.

Der Kryptowährungsbörsen-Rating- und Analysedienstleister CER wirft Bithumb vor, seit dem Spätsommer 2018 bis zu 94 Prozent ihres Handelsvolumens gefälscht zu haben. Als Reaktion auf die Anschuldigungen teilte Bithumb Forbes Berichten zufolge mit, "Bithumb tut nichts, um das Handelsvolumen aufzublähen. Bithumb verkauft keine Coins, die durch Mining gewonnen wurden. Bithumb versucht, mehr Kunden zu gewinnen, indem sie verschiedene Werbeaktionen anbietet, genau wie jedes andere Unternehmen auf der Welt. Das ist ein normales Geschäft."

CER begründete die Vorwürfe mit einem Abgleich der Daten von CoinMarketCap. Im September hätten diese noch gezeigt, dass Bithumb mit einem täglichen Handelsvolumen von rund 300 Mio. Euro das Schlusslicht unter den Top 10 der globalen Börsen bildete.

Bis zum 11. November stieg das tägliche Handelsvolumen von Bithumb jedoch angeblich fast um das zwölffache auf 3,8 Mrd. Euro. Bei Redaktionsschluss ist Bithumb die zweitgrößte Kryptowährungsbörse der Welt nach gemeldetem Handelsvolumen, das bei von 1,36 Mrd. Euro liegt.

CER behauptete, dass Bithumb "Wash-Trading" nutzte, um zusätzliches Handelsvolumen zu generieren. Der Waschhandel oder Wash-Trading ist eine Form der Marktmanipulation, bei der ein Anleger gleichzeitig die gleichen Finanzinstrumente verkauft und kauft, und auf irreführende Weise Aktivitäten vortäuscht. Gleb Myrko, Marketingleiter bei CER, soll gegenüber Forbes erzählt haben:

"Ausgehend von unserer weitreichenden Untersuchung der Bithumb-Charts sehen wir die Anzeichen für Manipulationen des Handelsvolumens. Konkret geht es dabei um Wash-Trading. Nach der Berechnung der Kurs-Volumen-Korrelation sind wir zu dem Schluss gekommen, dass der Verlauf des Handelsvolumens nicht an Kursschwankungen an der Börse gebunden ist."

CER nannte unter anderem "seltsame Aktivitätsspitzen in den ersten paar Minuten des Tages um 11 Uhr morgens, die 95 Prozent des täglichen Gesamtvolumens lieferten, sowie unregelmäßige Handelsvolumina, die nicht mit den Kursbewegungen übereinstimmten" als Faktoren. Zusätzlich stieg die durchschnittliche Transaktionsgröße zwischen dem 15. Oktober und dem 11. November von 0,21 Bitcoin (BTC) zu Beginn des Sommers auf 5,88 BTC.

CER erklärt außerdem, dass andere digitale Vermögenswerte - darunter Litecoin (LTC), Ethereum Classic (ETC), Monero (XMR), Zcash (ZEC), OmiseGo (OMG) und Bitcoin Gold (BTG) - anschließend dem Muster von Bitcoin folgten. Berichten zufolge erklärte CER:

"Bithumb hat sich einen vielschichtigen Ansatz zurechtgelegt und perfektioniert, um seine zweifelhaften Aktivitäten zu verschleiern. Soweit wir beurteilen können, wurden die Manipulationen mittels eines Abgleichs entgegengesetzter Orders mit dem gleichen Kurs oder durch schlichtes Erfinden von Transaktionen, auch bekannt als "Painting the Tape", durchgeführt.

Ende Juni war Bithumb Opfer eines Hackangriffs, bei dem Cyberkriminelle Kryptowährungen im Wert von 26 Mio. Euro gestohlen haben. Vier Monate nach dem Vorfall konnte sich Bithumb etwa 12,2 Mio. Euro an gestohlenen digitalen Vermögenswerten wieder holen, indem die Börse mit globalen Industriepartnern zusammengearbeitet hatte.