Studie: ICO-Markt fast vollständig zurückgegangen, Initial Exchange Offerings als neuer Trend

Der Markt für Initial Coin Offerings (ICO) ist im Vergleich zum Vorjahr fast vollständig zusammengeschrumpft, wohingegen sich Initial Exchange Offerings als alternative Form etablieren. Dies geht am 13. Mai aus einer Studie von BitMEX hervor.

Im ersten Quartal 2019 hat der ICO-Markt demnach um 97% abgebaut, was das eingesammelte Investitionskapital betrifft. In den Jahren 2017 – 2018 hatte es noch einen regelrechten Boom gegeben, der durch Rekordstände der Kryptomärkte ausgelöst wurde, im Jahr 2018 hatte die Talfahrt der ICOs dann zunächst begonnen und findet jetzt einen neuen Tiefpunkt.

Die Studie benennt dahingehend die Top-10 ICO-Projekte des Jahres 2018, diese sind: EOS, Telegram, das Blockchain-Projekt Dfinity, die Blockchain-Bank Bankera, t0, Basis, Orbs, Krypto-Rechnungsservice PumaPay, das dezentralisierte Netzwerk Jet8 und Unikoin Gold.

Von den oben aufgeführten Projekten weisen allerdings vier eine negative Kapitalrentabilität auf, denn die ICO-Tokens von Orbs, PumaPay, Jet8 und Unikoin Gold haben mittlerweile zwischen 64 – 99% ihres ursprünglichen Wertes verloren. Eigentlich sollten diese Zahlen für neue Investoren weiterhin abschreckend wirken, jedoch scheint sich ein neuer Trend abzuzeichnen.

Wie BitMEX erklärt, wählen neue Projekte nun den Namen und die Form des sogenannten „Initial Exchange Offerings“, um dem Stigma der ICOs zu entkommen. Dementsprechend ist die Anzahl der IEOs in den vergangenen Monaten bedeutend angestiegen, da sich das Modell in seiner abgeänderten Variante bisher auch als erfolgreich erwiesen hat.  

Laut der Studie kommen die Initial Exchange Offerings im Jahr 2019 derweil schon auf eine Marktkapitalisierung von 907,7 Mio. US-Dollar, wenn die Gesamtzahl der veräußerten Tokens betrachtet wird.  

Wie eine jüngste Studie von ICObench bestätigt, nimmt die Anzahl der ICOs im Jahr 2019 ab. So gab es im Q1 lediglich 350 ICO-Projekte, was bedeutend niedriger ist als noch im Q4 2018. Das Gesamtvolumen des Investitionskapitals aus dem Q1 soll sich demnach auf 1 Mrd. US-Dollar belaufen, was einen Rückgang um 0,5 Mrd. US-Dollar im Vergleich zum Q4 2018 bedeutet.

Eine Umfrage unter institutionellen Investoren hatte im Februar ergeben, dass 19% der Teilnehmer davon ausgehen, dass digitale Vermögenswerte bis zum Jahr 2021 ein normales Anlageprodukt geworden sind. Allerdings erwarten 41% der Befragten, dass institutionelle Investoren erst im Laufe der nächsten fünf Jahren in den ICO-Markt einsteigen, während 23% gar kein Potenzial in ICOs sehen.