Drei Jahre und unzählige Memes später hat die amerikanische Börsenaufsicht endlich Anklage gegen fünf Personen aus dem Krypto-Betrugsprojekt BitConnect erhoben.

„Die SEC wirft den Beklagten vor, dass sie Wertpapiere angeboten und verkauft haben, ohne die betreffenden Wertpapiere von der Börsenaufsicht genehmigen zu lassen, und ohne dass sie sich bei der Börsenaufsicht eine Genehmigung als Broker eingeholt haben, wie es das amerikanische Wertpapierrecht vorsieht“, so das offizielle Schreiben der Aufsichtsbehörde.

Die beklagten „Promoter“ des betrügerischen Schneeballsystems sind Trevon Brown, Craig Grant, Ryan Maasen, und Michael Noble. Die Männer sollen „die Vorteile einer Investition in BitConnect gegenüber potenziellen Anlegern beworben haben“. Die gängigste Strategie waren dabei sogenannte „Testimonial-Videos“, die meist mehrmals am Tag über YouTube verbreitet wurden. Die beteiligten Influencer wurden dafür auf Kommissionsbasis vergütet.

Der fünfte Beklagte ist Joshua Jeppesen, der „die Verbindung zwischen BitConnect und den Promotern hergestellt hat“.

Kurz nach Veröffentlichung der Anklage meldete sich Trevon Brown, besser bekannt als Trevon James, auf Twitter zu Wort. Brown dementiert die Vorwürfe nicht, behauptet jedoch, dass die Krypto-Community ihn „unterstützen“ würde.

„Wir werden diejenigen, die aus dem Interesse der Öffentlichkeit am Handel mit Kryptowährungen illegal Kapital schlagen, zur Rechenschaft ziehen, wie Lara Shalov Mehraban von der Landeshauptquartier der SEC in New York in der Mitteilung ankündigt.

Das Krypto-Projekt BitConnect, das bereits 2018 in sich zusammengebrochen war, wurde von vielen Experten der Kryptobranche schon damals als betrügerisches Pyramidensystem identifiziert, einer der Warnenden war Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin. Im vergangenen Jahr wurde in Australien ebenfalls ein Mann wegen Verbindungen zu dem Projekt angeklagt. Vielen Krypto-Nutzern dürften die vielen Memes um das Betrugsprojekt bekannt sein. Allen voran die Bühnenshow von Carlos Matos und dessen überschwängliches Gebahren sorgte für viele Lacher.

Einige Anwälte aus der Kryptobranche befürchten allerdings, dass der Fall gegen das Betrugsprojekt auch ungewollte Nebenwirkungen auf legitime Projekte haben könnte. So könnte sich daraus die „Blaupause“ für das Vorgehen gegen Dezentralisierte Autonome Organisationen (DAOs), eine alternative Organisationsform für Krypto-Projekte, ergeben.