Es ist durchaus „denkbar“, dass die Freilassung von Sam Bankman-Fried auf Kaution aufgehoben wird, wie ein US-Bundesrichter nun betont, denn dieser sieht einen „triftigen Grund“ zur Annahme, dass der ehemalige FTX-Chef womöglich versucht hat, Zeugen zu beeinflussen.

Die entsprechenden Äußerungen machte Lewis Kaplan, der vorsitzende Richter im Strafverfahren von SBF, am 16. Februar im Rahmen einer Anhörung zu den Kautionsbedingungen von Bankman-Fried. Demnach gibt es laut Kaplan einen „triftigen Grund zur Annahme, dass der Beklagte während seiner Freilassung versucht hat, auf Zeugen einzuwirken, und sich damit einer Straftat schuldig gemacht hat“.

Deshalb hält Kaplan es auch für „denkbar“, dass der FTX-Gründer die Zeit bis zum eigentlichen Prozessbeginn im Oktober vielleicht doch lieber in Untersuchungshaft absitzt.

Allerdings gibt Kaplan gleichsam zu bedenken, dass die Anhörung vom 16. Februar nicht zum Gegenstand hat, ob die Freilassung von Bankman-Fried aufgehoben werden soll, doch zu einer derartigen Verhandlung könne es schon bald kommen.

„Warum werde ich darum gebeten, ihm freie Hand in einem Paradies an Elektrogeräten zu gewähren?“, wie Kaplan mit Blick auf die bisherigen Verstöße von SBF an dessen Anwälte richtet.

Der Juraprofessor Richard Painter schlägt am 17. Februar in einem Tweet in eine ähnliche Kerbe und warnt den früheren FTX-Chef spöttisch, dass die Beeinflussung von Zeugen wohl eher keine gute Idee ist:

„Hey Crypto Bro: Das Beeinflussen von Zeugen während du auf Kaution frei bist, ist eine tolle Strategie um gleich wieder im Knast zu landen.“

Auch der Geduldsfaden der Krypto-Community scheint inzwischen überspannt, so fragt ein Beobachter stellvertretend, welche Druckmittel SBF womöglich gegenüber der Staatsanwaltschaft hat, da diese angesichts der jüngsten Entwicklungen normalerweise dessen sofortige Inhaftierung fordern müsste.

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