Telegram-Anwälte: Börsenaufsicht SEC „fischt im Trüben“

Die Anwälte der Messenger-App Telegram haben sich vor Gericht gegen eine behördliche Aufforderung zur Offenlegung der eigenen Bankdaten gewehrt.

In einem entsprechenden Brief an den vorsitzenden Richter Kevin Castel wehrt sich die Rechtsvertretung von Telegram am 3. Januar vor einem New Yorker Gericht gegen die Aufforderung der amerikanischen Börsenaufsicht SEC, die Einsicht in die Bankdaten der Messenger-App erlangen möchte. Die Aufforderung der SEC wird hierin als „unzulässiges Fischen im Trüben“ bezeichnet.

Bankdaten haben keine Relevanz

Die US-Börsenaufsicht hatte Telegram jüngst dazu angehalten, die eigenen Bankdaten offenzulegen, um nachvollziehbar zu machen, wie die aus dem Token-Verkauf (ICO) der Telegram Kryptowährung eingenommenen Gelder in Höhe von 1,7 Mrd. US-Dollar weiterverwendet wurden.

Allerdings ging die Aufforderung erst am 2. Januar beim zuständigen Richter ein und hätte Telegram so lediglich einen einzigen Werktag zur Offenlegung der entsprechenden Dokumente eingeräumt.

„Im Namen der Beklagten wehren wir uns gegen die von der Börsenaufsicht eingereichte Aufforderung, nach der umfangreiche, vertrauliche Bankdaten offengelegt werden müssten, die keinerlei Relevanz für die im Prozess zur Verhandlung gestellten Sachverhalte hätten und den Beklagten eine unverhältnismäßige Last auferlegen würden“, wie es nun im Antwortschreiben der Telegram Anwälte heißt.

Und weiter:

„Das Aufforderungsschreiben der Kläger verzerrt die rechtliche Fragestellung des Prozesses und blendet wichtige Fakten aus. Die Beklagten bitten deshalb darum, dass die Aufforderung der Kläger als grundloses Fischen im Trüben bewertet und somit abgelehnt wird.“

Weiteres Kapitel im Telegram Prozess

Richter Castel muss nun entscheiden, ob er die Aufforderung der Börsenaufsicht rechtskräftig macht oder gemäß der Telegram Anwälte ablehnt.

Dieser Zwist ist ein weiteres Kapitel im langatmigen Prozess um den Messenger-Dienst und seine Kryptowährung.

Die SEC, die Telegram im Rahmen ihres Token-Verkaufs den unerlaubten Verkauf von Wertpapieren vorwirft, hatte zuvor auch schon den kanadischen Messenger-Dienst Kik dazu aufgefordert, mit dem Verkauf der firmeneigenen Kryptowährung einen Rechtsverstoß begangen zu haben. Vergangenen Oktober musste das Unternehmen deshalb schon fast schließen.

Der SEC Vorsitzende Jay Clayton beschreibt das Vorgehen seiner Aufsichtsbehörde gegen die Kryptobranche derweil als „abgewogen“.