US-Börsenaufsicht erhebt Anklage gegen Krypto-Schneeballsystem Argyle Coin

Die amerikanische Börsenaufsicht SEC hat den Betrieb eines Krypto-Projektes eingestellt, das im Verdacht steht, ein Schneeballsystem zu sein, das Investoren um 30 Mio. US-Dollar betrogen hat. Die Aufsichtsbehörde veröffentlichte am 21. Mai eine entsprechende Meldung.

Jose Angel Aman, der Kopf hinter dem Krypto-Unternehmen Argyle Coin, ist angeklagt, ein Schneeballsystem betrieben zu haben, das er mit vermeintlichen Investitionsgeldern seiner Anleger finanziert hatte.

Die Geschäftsidee von Argyle Coin stützte sich auf einen etwaigen Token, in dem Diamanten digital verpackt und handelbar gemacht werden sollten. Den Investoren wurden durch den Weiterverkauf der „tokenisierten“ Edelsteine hohe Gewinne versprochen. Das Unternehmen behauptete dahingehend, dass die Kryptowährung vollständig durch einen Bestand an Diamanten abgedeckt sei.

„Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, ein komplexes Netzwerk an betrügerischen Unternehmen betrieben zu haben, um Privatanleger in sein Schneeballsystem zu locken und sich selbst daran zu bereichern“, wie Eric Bustillo in der Pressemitteilung der Börsenaufsicht schreibt. Und weiter:

„Die SEC konnte im Zuge gründlicher Ermittlungen ein Schneeballsystem aufdecken und unser Ziel ist es nun, den geschädigten Anlegern Gerechtigkeit zukommen zu lassen.“

In der Anklage werden Aman und seine Firmen Natural Diamonds Investment und Eagle Financial Diamond Group genannt, außerdem werden Harold Seigel und Jonathan H. Seigel als Komplizen ausgemacht.

Bis dato hatten 300 Anleger aus den USA und Kanada in den Argyle Coin investiert. Neben den Betrugsvorwürfen wird Aman auch beschuldigt, Wertpapiere ohne entsprechende Zulassung verkauft zu haben.

Das Verfahren gegen Argyle Coin ist der jüngste Schritt im verstärkten Kampf der SEC gegen illegale Krypto-Projekte. Neben dem Schutz der Anleger soll damit auch die Branche legitimiert werden, da gesetzliche Regulierungsvorschriften immer noch nicht verabschiedet wurden.

Wie Cointelegraph im vergangenen Jahr berichtete, hatten die amerikanischen Aufsichtsbehörden die „Operation Cryptosweep“ ins Leben gerufen, die hunderte Initial Coin Offerings (ICO) ins Visier genommen hatte.

„Trotz mehrerer Warnungen seitens der Aufsichtsbehörden, betonen wir erneut, dass Krypto-Verbrecher sich darauf gefasst machen sollten, dass die Aktienaufsichten auf Landes- und Bundesebene mit harter Hand agieren werden, um Anleger vor Betrug zu schützen“, wie Joseph P. Borg von Verband der nordamerikanischen Börsenaufsichten im vergangenen Mai diesbezüglich gewarnt hatte.