Silver Miller zieht gegen mutmaßliches Krypto-Ponzi-System vor Gericht

 

Die auf Krypto fokussierte US-Anwaltskanzlei Silver Miller hat eine Klage gegen einen angeblichen Krypto-Hedgefondsmanager eingereicht, der mutmaßlich ein betrügerisches Ponzi-System betrieben hat. Die Gerichtsdokumente wurden auf der Silver Miller-Webseite am 26. Dezember veröffentlicht.

Der Fall wurde beim Landgericht New York Süd im Namen mehrerer Kläger eingereicht, die in das System investiert haben. Darin wird behauptet, dass Jeremy Spence zusammen mit einer kleinen Gruppe von Komplizen eine gefälschte Organisation namens "Coin Signals" geleitet habe. Spence soll sich fälschlicherweise als erfolgreicher Krypto-Händler ausgegeben haben. Berichten zufolge bot er Investoren im Rahmen seines Schemas "lukrative Renditen" an. Dabei behauptete er, dass diese durch die Reihe von Krypto-Hedgefonds erzielt würden, die er angeblich verwaltet.

Diese Hedgefonds umfassten Berichten zufolge einen "Altcoin-Fonds", einen "langfristigen Fonds", eine "kontrollierte Teilnahme" an einem Initial Coin Offering (ICO) namens "Evermarkets ICO" sowie den "Coin Signals Mex (CSM) Fund". Letzterer liegt im Mittelpunkt des Rechtsstreits.

In Wahrheit, so die Klage, waren die Renditen keine Gewinne aus Investitionen, sondern "waren einfach Umverteilungen von Vermögenswerten neuer Investoren an ältere Anleger" in einer klassischen Ponzi-Systemkonfiguration. In den Gerichtsdokumenten heißt es, dass Spence die Fragen seiner Investoren mit Ausreden - etwa Hackangriffe und Familiennotfälle - abgewunken habe, um "auf Zeit zu spielen und seinen nächsten Schritt zu planen".

Der CSM Fonds wurde laut Silver Miller nicht als Hedge-Fonds bei einer US-Aufsichtsbehörde registriert und hat keine der regulatorischen Anforderungen, die für rechtmäßige Investmentfonds gelten, erfüllt. In seinen besten Zeiten soll insbesondere der CSM-Fonds bis zu 1.300 Bitcoins (BTC) gehalten haben, die von den Investoren eingezahlt wurden. Damals waren das über 8,7 Mio. Euro.

Als das CSM-Fondsprogramm Ende 2018 auseinander zu fallen begann, soll Spence verhindert haben, dass die Teilnehmer an dem Fonds ihr Vermögen auszahlen lassen. Die Klage "fordert daher, dass das Gericht die Investitionen in die betrügerischen Coin Signals Fonds für ungültig erklärt; den Investoren ihre Kryptowährung zurückgibt; eine Geldstrafe gegen Spence und seine Mitarbeiter wegen ihres Betrugs verhängt und einen konstruktiven Trust auf die von Spence gesammelten Vermögenswerte anwenden."

Wie Anfang Herbst berichtet wurde, ordnete ein New Yorker Bundesgericht einem Krypto-Hedgefonds und seinem CEO an, über 2,1 Mio. Euro wegen Betriebs eines betrügerischen Ponzi-Systems zu zahlen. Der CEO hatte mutmaßlich über 520.000 Euro von mindestens 80 Investoren eingenommen. Die Anordnung erfolgte im Rahmen einer Betrugsbekämpfungsklage, die im vergangenen Jahr als erstes von der US-Handelskommission für Rohstoff-Futures gegen den Fonds  eingereicht wurde.