Experte: Universelle Krypto-Weltwährung ist „unrealistisch”

Scott Galit, Geschäftsführer des New Yorker Zahlungsdienstleisters Payoneer, meint, dass eine einzelne universelle Weltwährung im Stile von Bitcoin (BTC) unrealistisch sei. Entsprechende Äußerungen tätigte Galit in einem Interview, das am 28. Dezember von CNBC veröffentlicht wurde.

Payoneer wickelt in mehr als 200 Ländern grenzübergreifende Zahlungsvorgehen für Geschäftskunden ab und wurde für das Jahr 2018 von CNBC unter die Top-13 der „disruptiven“ Unternehmen gewählt.

Galit stützt seine Argumentation gegen die Schaffung einer solchen Krypto-Weltwährung auf zwei hauptsächliche Punkte. Dabei sieht er den Gegenwind von Staatsregierungen und Zentralbanken als die entscheidenden Hürden.

In Bezug auf die Staatsregierungen führt er an, dass diese zwangsläufig auf Steuereinnahmen gestützt sind, was wiederum bedingt, dass die Staatsbürger ihre Abgaben nicht in einer Währung zahlen können, die eine ähnlich hohe Volatilität wie Bitcoin aufweist.

Sollte eine Weltwährung denselben Grad an Volatilität haben, dann würden Regierungen Gefahr laufen, dass deren Wert verloren geht, was dazu führt, dass sie ihre Haushaltsausgaben nicht begleichen könnten.

CNBC weist in diesem Kontext jedoch darauf hin, dass sich einige amerikanische Bundesstaaten mittlerweile offen gegenüber Kryptowährungen zeigen. Erst kürzlich führte Ohio ein, dass bestimmte Steuerzahlungen in Bitocin getätigt werden können. Nichtsdestotrotz muss das Bitcoin-Guthaben jedoch in eine Fiat-Währung konvertiert werden, ehe die Landesregierung darauf zugreift, was wiederum die Behauptungen von Galit bestätigt.

Im Hinblick auf die Zentralbanken führt er aus:

 „Die Rolle der Zentralbanken ist es, die Wirtschaft zu steuern und in dieser eine leitende Position einzunehmen […] Dies geschieht zum Teil über die Festlegung der Zinssätze [bei der Kreditvergabe] und über die Wechselkurse. Wenn die Kontrolle über eine Währung verloren geht, dann geht damit eines der wichtigsten Steuerungsinstrumente verloren. Was macht man dann?“

Wie zuvor berichtet, weichen einige der wichtigsten Köpfe der Branche allerdings von Galits Thesen ab. Jack Dorsey, Geschäftsführer der Social-Media Plattform Twitter, meint, dass „das Internet eine eigenständige Währung“ braucht, wobei er in seiner Zukunftsvision Kryptowährungen als universell gültiges Zahlungsmittel sieht. Dorsey bekam später Zuspruch von Apple Mitbegründer Steve Wozniak, der diese Ansicht teilt.