Der Solana-Kurs (SOL), ist am Samstag auf 100,30 US-Dollar gefallen und erreichte damit zugleich den niedrigsten Stand seit April 2025.
Obwohl die Kurskorrektur von 18 % innerhalb von 30 Tagen die Anleger überraschte, spiegelte diese Entwicklung weitgehend die allgemeinen Trends bei der Marktentwicklung von Altcoins wider. Ein Einbruch der Silberpreise um 26 % am Freitag veranlasste die Krypto-Trader zudem dazu, sich auf weitere Kursverluste einzustellen.

SOL konnte am Samstag zunächst wieder die Marke von 102 US-Dollar erreichen, aber die Stimmung blieb schwach, nachdem gehebelte Long-Positionen im Wert von 165 Millionen US-Dollar zwangsweise liquidiert worden waren. Die Stimmung verschlechterte sich aufgrund der eskalierenden Spannungen im Iran und der Befürchtungen eines wirtschaftlichen Abschwungs, nachdem Amazon (AMZN US) am Mittwoch den Abbau von 16.000 Arbeitsplätzen angekündigt hatte.
Die Anleger wurden noch risikoscheuer, als sie erfuhren, dass OpenAI 45 % des Auftragsbestands von Microsoft (MSFT US) im Bereich Azure Cloud Computing ausmacht. Zusätzliche Spannungen entstanden durch einen Bericht des Wall Street Journal, laut dem Nvidia (NVDA US) nicht mehr die eigentlich geplanten 100 Milliarden US-Dollar in OpenAI investieren will. Laut The Information wird der ChatGPT-Hersteller im Jahr 2026 angesichts dieser Entwicklungen voraussichtlich Nettoverluste in Höhe von 14 Milliarden US-Dollar verzeichnen.
Trotz des düsteren schwachen wirtschaftlichen Umfelds hat Solana seine Konkurrenten in Bezug auf die Onchain-Aktivität überholt und seine Position als zweitplatzierte Blockchain bei den Netzwerkgebühren und dem Total Value Locked (TVL) gefestigt. Gesunde Onchain-Kennzahlen bieten einen doppelten Vorteil für den nativen Token: Sie erhöhen die Renditen aus dem Staking, um Anreize für langfristiges Halten zu schaffen, und belegen gleichzeitig eine konstante Nachfrage nach Transaktionen, die wiederum Einnahmen durch Verarbeitungsgebühren bedeuten.

Laut Daten von Nansen stiegen die Gebühreneinnahmen im Solana-Netzwerk in den letzten 30 Tagen um 81 % über den Trendwert. Darüber hinaus wuchs die Anzahl der aktiven Adressen um 62 % und die Transaktionen stiegen auf 2,29 Milliarden. Im Vergleich dazu verzeichnete das Ethereum-Ökosystem – einschließlich Layer-2-Lösungen – insgesamt 623 Millionen Transaktionen, während die Gebühreneinnahmen für die Ethereum-Blockchain nur um 11 % stiegen. Solana blieb darüber hinaus weiterhin klarer Spitzenreiter bei den Aktivitäten im Bereich dezentraler Anwendungen (DApps).
Die Nachfrage nach gehebelten Long-Positionen auf SOL verschwand dennoch, da Anleger lieber Sicherheit in Bargeld und kurzfristigen Staatsanleihen suchten. Milliardenschwere Tech-Unternehmen wie Unity (U US), AppLovin (APP US), Figma und HubSpot (HUB US) mussten innerhalb von 30 Tagen allerdings auch Kursverluste von 30 % oder mehr hinnehmen. Gold, das normalerweise als sicherer Hafen gilt, verlor ebenfalls 13 % gegenüber seinem am Donnerstag erreichten Allzeithoch von 5.600 US-Dollar.

Die annualisierte Funding-Rate für SOL-Perpetual-Futures ist unterdessen auf -17 % gefallen, was bedeutet, dass Short-Seller (Verkäufer) inzwischen dafür bezahlen, ihre Positionen offen zu halten. Diese Situation ist ungewöhnlich, hält selten lange an und deutet auf eine extreme Zurückhaltung der Bullen beim Einsatz von Leverage hin. Diese Entwicklung fiel jedoch mit politischen Auseinandersetzungen über einen etwaigen Shutdown der US-Regierung zusammen.
Der US-Senat hat am Freitag ein Finanzierungspaket verabschiedet, zusammen mit einer zweiwöchigen Übergangslösung, um mehr Zeit für den Streit um die Finanzierung des Heimatschutzministeriums zu gewinnen, nachdem die Demokraten Kritik an der Einwanderungspolitik geäußert hatten. Das US-Repräsentantenhaus muss am Montag über die endgültige Fassung abstimmen.

Laut CoinGlass verzeichneten Solana-ETFs am Freitag Nettoabflüsse in Höhe von 11 Millionen US-Dollar. Unterdessen stehen börsennotierte Treasury-Unternehmen, die SOL als Reservestrategie nutzen, unter Druck. Die Aktien von Forward Industries (FWDI US), Upexi (UPXI US) und Sharps Technology (STSS US) wurden allesamt 20 % oder mehr unter ihrem jeweiligen Nettoinventarwert gehandelt.
Der Weg für den Solana-Kurs zurück in den Aufschwung hängt weitgehend von einem wiederkehrenden Vertrauen in das globale Wirtschaftswachstum und einer Verringerung der politischen Risiken ab, was möglicherweise nicht so schnell eintreten wird.
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