Studie: Lightning Network ist bei Überweisungen sehr unzuverlässig

Eine von Diar durchgeführte Studie hat ergeben, dass "die Zuverlässigkeit der erfolgreichen Weiterleitung einer Zahlung über das Lightning Network noch recht gering ist". Diar liefert Analysen zu wichtigen Entwicklungen zur globalen Industrie für digitale Währungen.

Das Lightning Network (LN) wurde als Second-Layer-Zahlungsprotokoll zur Lösung der Skalierbarkeitsprobleme von Bitcoin (BTC) konzipiert. Es ermöglicht angeblich fast sofortige, kostengünstige und skalierbare Transaktionen zwischen zwei Parteien. Auch wenn das LN-Protokoll nach seiner Veröffentlichung im Januar dieses Jahres von der Krypto-Community sehr gut angenommen wurde, deutet die Studie darauf hin, dass das Protokoll bei der Verarbeitung großer Mengen ins Straucheln gerät.

Der Studie zufolge ist die Anzahl der Knoten und die Fondskapazität stark angestiegen, aber die Zuverlässigkeit des erfolgreichen Routing einer Zahlung im LN bleibt vor allem bei größeren Beträgen recht gering. Im Durchschnitt verfügt jeder Knoten über vier offene Kanäle und jeder Kanal hat eine durchschnittliche Kapazität von $20. Die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Zahlung mit nicht mehr als ein paar Dollar beträgt 70 Prozent, während die Erfolgsrate für eine Zahlung von weniger als 200 Dollar insgesamt nur 1 Prozent beträgt.

Ein weiterer Kritikpunkt am LN sei, dass beide an einer Transaktion beteiligten Parteien zum Zeitpunkt der Abwicklung online sein müssen. Es sei daher angebracht, einen Kanal mit jemandem zu schaffen, der immer online ist und über genügend Liquidität verfügt, um größere Transaktionen durchzuführen, heißt es in der Studie.

“Die fehlende Liquidität zwischen den Knoten und der Online-Faktor haben dazu geführt, dass sich die Kapazität auf wenige große Knoten konzentriert hat. Zehn der größten LN-Knoten (0,4% alle Knoten) verfügen derzeit über 53% der Netzwerkkapazität, die restlichen 2.500 Knoten über 47%.”

Wie die Studie verdeutlicht, erfordert die erfolgreiche Weiterleitung einer Transaktion über einen Kanal einen höheren Ladebetrag als derjenige, der an die Gegenpartei weitergeleitet wird. "Wenn die Transaktion nicht an den gewünschten Empfänger weitergeleitet werden kann, schlägt sie fehl und das Geld wird an den Absender zurückgegeben", heißt es.

Vor kurzem wurde das LN vom portugiesischen Softwareentwickler "Poketoshi" dazu eingesetzt,  Nintendos Pokemon-Spiel auf dem LN zu spielen. Poketoshi implementierte einen Lightning Network-fähigen virtuellen Controller, mit dem Benutzer ihre Spielbefehle eingeben und 10 Satoshi pro Befehl aufladen können, wobei ein Satoshi einem Hundertstel eines einzelnen BTC entspricht.

Im April wurde das erste für den LN gebaute Mobile Wallet für Android-Nutzer im Google Play Store eingeführt. Die Technologie ermöglicht es den Nutzern, Blitzzahlungen zu einem Bruchteil der regulären BTC-Netzgebühren zu senden und diese fast in Echtzeit zu bestätigen.