Schweizer Bitcoin-Banken UBS und Credit Suisse: Interesse deutlich stärker

Peter Wuffli - der ehemalige CEO der großen multinationalen Schweizer Investmentbank UBS - sagt, dass neue, regulierte Unternehmen im Krypto-Bereich namhafte Banken auf sich aufmerksam machen.

Wuffli sprach darüber in einem Interview mit Finews, das am 23. September veröffentlicht wurde. Im Jahr 2008 hatte er seine Funktion als CEO von UBS aufgegeben, als sich die Verluste durch die Finanzkrise der Bank in die Höhe schraubten. Einen Monat nach der Rettung des Instituts durch die Schweizer Regierung hat er über 10 Mio. US-Dollar seines Gehalts aufgegeben.

Mehr als ein Jahrzehnt später kommentiert der ehemalige Bankier und neu ernannte Vorstandsmitglied der lizenzierten Schweizer Kryptowährungsbank Sygnum den Krypto-Sektor:

Ich sehe derzeit keine Blase. Im Gegenteil: Aus meiner Sicht sind die Unternehmungen hier seriös aufgestellt und ihre Dienstleistungen zielen auf die Bedürfnisse von Kunden. Sie haben ihre Lektionen auch dem ICO- und Bitcoin-Hype gelernt.

Alte Banken erforschen und bewerten neuen Krypto-Sektor

Wie berichtet wurde, hat Sygnum kürzlich eine bedingte Schweizer Bank- und Effektenhändlerlizenz erhalten und will nun eine vollständig regulierte Bank werden. Daraufhin will das Unternehmen eine breite Palette von Finanzdienstleistungen anbieten, darunter Krypto-Depots und Fiat-Krypto-Konvertierungen.

Im Interview behauptete Muffli, dass das Unternehmen die einzige lizenzierte Bank weltweit sei, die auf digitale Vermögenswerte spezialisiert sei und die Bedingungen für eine Banklizenz "in nur fünf Tagen" erfüllt habe. Das wichtigste seien die Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und die Prüfung der Kundenidentität.

Er sprach auch über die Reaktion des traditionellen Finanzsektors auf den neuen Krypto-Vermögenswertebereich und die Branchenentwicklung. Von Großbanken wie UBS und Credit Suisse sagte er:

"Aus meiner Wahrnehmung und was mir zugetragen wurde, hat die Erteilung der Lizenz durch die Finma zu einem steigenden Interesse geführt. Das Top-Management will nun von ihren Kadern hören, ob das Krypto- und Digital-Assets-Universum bloss eine weitere Fintech-Mode ist, die so schnell aufkommt wie sie wieder verschwindet, oder ob es wirklich eine Transformation auslösen wird."

Er fügte hinzu: "Sie sind noch unentschieden, ob sie ihre Strategie entsprechend anpassen müssen. Noch unklar ist auch, was die Entwicklung für Veränderungen in ihren Unternehmensstrukturen und -systemen auslösen wird und was für mentale Anpassungen notwendig werden."

Neueste Entwicklungen in der Schweiz

Wie bereits berichtet wurde, hat parallel zu Syngum auch die Seba Crypto AG eine solche Lizenz bekommen. Das Unternehmen plant, eine digitale Vermögenswertplattform für professionelle Trader und institutionelle Kunden einzurichten sowie Depot- und Vermögensverwaltungsdienstleistungen anzubieten.

Erst letzte Woche hat die Arab Bank Switzerland eine Partnerschaft mit dem Blockchain-Technologieunternehmen Taurus geschlossen und will seinen Kunden nun Bitcoin (BTC) und Ether (ETH) Depot- und Brokerage-Dienstleistungen anbieten.

Im August veröffentlichte die Schweizer Finanzmarktaufsicht neue Richtlinien zu den regulatorischen Anforderungen an Blockchain-basierte Zahlungen, die sich an Kryptowährungsbörsen, Wallet-Anbieter und Handelsplattformen richten.

Im selben Monat gab die Schweizer Privatbank Maerki Baumann bekannt, dass sie 400 neue Kunden gewinnen konnte, die ihre zukünftigen Blockchain-Angebote nutzen wollten, seit sie ihr Interesse an der Branche öffentlich gemacht hatte.