Schweizer Kryptobörse ShapeShift entlässt ein Drittel der Belegschaft

Die schweizerische Kryptobörse ShapeShift entlässt ein Drittel ihrer Belegschaft, wie Geschäftsführer Erik Voorhees in einem Twitter-Eintrag vom 8. Januar bestätigt.

In einem dazugehörigen Blog-Eintrag namens „Wie ShapeShift den Krypto-Winter übersteht und zukünftige Planungen“ wird konkretisiert, dass das Unternehmen insgesamt 37 Mitarbeitern gekündigt hat, was die Belegschaft um ein Drittel reduziert.

Voorhees führt „die jüngste Periode des Bärenmarktes“ als ausschlaggebenden Grund für die Personalkürzungen an. In diesem Kontext verweist er auf den Zwiespalt des eigenen Geschäftsmodells und meint, dass es „die beste und zugleich schlechteste finanzielle Entscheidung war, sich in großem Umfang den Krypto-Vermögenswerten auszuliefern.“

Des Weiteren beschreibt Voorhees, wie sein Unternehmen im Jahr 2018 „an vier Fronten gleichzeitig kämpfen“ musste. Hierbei nennt er rechtliche Probleme, strukturelle/organisationale Probleme, finanzielle Probleme und Kundenprobleme als die entscheidenden Faktoren, „die im gegenseitigen Zusammenspiel und in Kombination mit unserem schlechten Fokus auf das Produkt zu den heutigen Entlassungen geführt haben.“

Anschließend entschuldigt sich der Geschäftsführer bei allen betroffenen Personen und schließt mit einem optimistischen Loblied auf die Kryptowährungen:

„Zu den vielen Vorteilen der Krypto-Vermögenswerte gehört, dass sie den Menschen ermöglichen, Wertmittel ganz einfach aufzubewahren und zu transferieren, überall auf der Welt. Diese Kraft ist unglaublich und noch nie dagewesen.“

Im September hatte das Wall Street Journal (WSJ) die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die herausgefunden haben will, dass 88,6 Mio. US-Dollar an illegalen Geldern über 46 verschiedene Kryptobörsen geschleust wurden, wovon 9 Mio. US-Dollar über ShapeShift gelaufen sein sollen.

Vorhees bestritt diese Anschuldigungen jedoch und meinte, dass die Zeitung „unter Angabe falscher Tatsachen“ fünf Monate lang mit seiner Kryptobörse zusammengearbeitet habe. Außerdem hätte diese die recherchierten Informationen falsch dargestellt und wichtige Teile weggelassen.

Im Dezember berichtete Cointelegraph, dass es Gerüchte über eine etwaige Entlassungswelle beim Blockchain-Software-Entwickler ConsenSys geben würde. Anonyme Quellen hatten behauptet, dass die Anzahl der etwaigen Kündigungen zwischen 50-60% der 1.200 Mitarbeiter umfassenden Belegschaft betragen könnte.

Auf Twitter ging ConsenSys Gründer Joseph Lubin später auf die Gerüchte ein und entgegnete, dass „ConsenSys weiterhin gesund ist, allerdings seit 9 Monaten an einer neuen Gewichtung der eigenen Prioritäten arbeitet“. Außerdem würde das Unternehmen weiterhin für interne Projekte Mitarbeiter suchen, da diese „der Kern des zukunftsorientierten Geschäftsmodells“ wären.