Schweiz stimmt gegen Bitcoin-artiges „Vollgeld“-Wirtschaftssystem

Die Schweiz hat am Sonntag, den 10. Juni gegen das "Vollgeld"-Referendum gestimmt - ein Vorschlag für ein Finanzsystem, das diverse Kommentatoren mit Kryptowährungen verglichen haben.

"Vollgeld" ist eine Initiative, die der Zentralbank des Landes die alleinige Kontrolle über die Geldschöpfung gegeben hätte, anstatt weiterhin kommerziellen Banken zu ermöglichen, Geld für Kredit- und Leihgeschäfte zu "erschaffen".

Das Schweizer Vollgeldreferendum - das etwa 25 Prozent aller Stimmen bzw. 500.000 Ja-Stimmen insgesamt erhielt - wurde von der Schweizer Zentralbank (SNB) unter anderem mit der Begründung abgelehnt, "die Initiative würde die Geld- und Währungspolitik der SNB unmittelbar tangieren".

Bloomberg schreibt, dass die Vollgeld-Idee laut Beat Weber von der österreichischen Nationalbank mit der Anwendung von Bitcoin (BTC) oder anderen Kryptowährungen insofern verglichen kann, als das beide ein ökonomisches System erfordern, das nicht auf Schulden basiert.

Laut Weber ergeben sich die Ähnlichkeiten zwischen Bitcoin und Vollgeld - das den Geschäftsbanken die Möglichkeit nehmen würde, Geld in Form von Emissionskrediten zu erschaffen, ohne zwangsläufig das zugrunde liegende Kapital zu besitzen, diese bei Bedarf abzudecken - aus der Implikation, dass für beide Systeme Geld nicht sicher ist, bis der Emittent keine Ansprüche mehr erheben kann:

"Die zugrunde liegende Idee ist es, dass rohstoffartiges Geld den individuellen Besitz von Geld ermöglicht, ohne von einem Herausgeber abhängig zu sein, der plötzlich unfähig werden könnte, sein Versprechen zu erfüllen."

Emma Dawnay, ein Vorstandsmitglied der Gruppe (MoMo) und Verantwortliche für die Vollgeld-Initiative, sagte Forbes gegenüber heute, am 11. Juni, Kryptowährungen "hätten in dem System verwendet werden können, das wir vorgeschlagen haben":

"Kryptowährungen und die Blockchain sehen danach aus, worauf wir zusteuern."

Dawnay fügte hinzu, dass, obwohl die Idee des Vollgeldes derzeit nicht umgesetzt wird, "Blockchain-Technologie die Methode sein könnten, mit der die Schweizer Regierung versucht, schuldenfreies neues Geld in die Wirtschaft zu bringen".

Die Schweiz wurde bereits als “Krypto-Nation” bezeichnet, vornehmlich aufgrund ihres Krypto-Hubs in Zug und der freundlichen Steuerpolitik des Landes, die Krypto-Unternehmen aus aller Welt anzieht. Letzte Woche kündigte Zug an, dass es im Sommer eine Blockchain-betriebene Probe-Kommunalabstimmung durchführen will, bei der die Bürger mithilfe ihrer mobilen Geräte über lokale Probleme abstimmen können.