Schweizer Firma stellt Krypto-Banknoten für Digitalwährung der Marshallinseln her

Tangem, ein Schweizer Entwickler von Krypto-Chipkarten, soll die physischen Banknoten für den Sovereign (SOV), die staatliche Digitalwährung der Marshallinseln, herstellen. Dies geht aus einer Mitteilung vom 28. Januar hervor.

Laut Mitteilung soll die physische Ausführung der Digitalwährung dafür sorgen, dass alle Bürger „fairen und gleichen Zugang zur Digitalwährung haben, unabhängig von ihrer Internetverbindung“. Außerdem bietet ein physischer SOV der Landesregierung einen „steuerbaren Mechanismus” zur Herausgabe der Währung.

Minister David Paul, assistierender Minister der Präsidentin der Marshallinseln, sagt dazu im Wortlaut: „Tangem hilft uns, sicherzustellen, dass alle Bürger, also auch solche, die auf den entfernt liegenden Inseln wohnen, den SOV als unkompliziertes Zahlungsmittel nutzen können.“

Tangem erklärt, dass sich auf jeder Banknote ein Blockchain-fähiger Mikroprozessor befindet, wodurch „die bekannten Vorteile von Papierscheinen mit der Sicherheit von Blockchain verbunden werden“. Schon im Mai 2018 hatte das Unternehmen physische Abbildungen einer Digitalwährung produziert, damals wurden 10.000 Bitcoin (BTC) Banknoten für ein Testprojekt entwickelt.

Im Februar 2018 hatten die Marshallinseln erstmals die Herausgabe einer eigenen Kryptowährung angekündigt, die mit einem Initial Coin Offering (ICO) und freiem Handel einhergehen soll. Zwei Regierungssprecher gaben bekannt, dass der Sovereign nebenstehend zur derzeitigen Nationalwährung, dem US-Dollar, in Umlauf gebracht werden wird.

Das Konzept einer Krypto-Nationalwährung ist innerhalb des Landes, aber auch innerhalb der Weltgemeinschaft, zum kontroversen Thema geworden. So hat zum Beispiel der Internationale Währungsfonds (IWF) die Regierung der Marshallinseln aufgefordert, die Veröffentlichung des Sovereign zu überdenken, da hiermit Risiken für die finanzielle Stabilität des Landes und für dessen Beziehungen zu internationalen Banken einhergehen.

Hilda Heine, die Präsidentin der Marshallinseln, bekam diese umstrittene Stimmungslage zu spüren, und musste sich als Befürworterin des Sovereign sogar einem Misstrauensvotum stellen. Das Parlament hatte ursprünglich die staatliche Digitalwährung abgesegnet, allerdings kamen später Befürchtungen auf, dass die Herausgabe dem Ruf des Landes schaden könnte.

Im November überstand Heine das Misstrauensvotum dementsprechend knapp, als die Stimmenverteilung mit 16 – 16 ausfiel. Die Präsidentin entgegnete, dass der Versuch sie stürzen lediglich „eine Abstimmung über unsere politische Marschrichtung“ ist. In der baldigen Einführung des Sovereign sieht sie „einen historischen Augenblick für unser Volk“.