Texas: Wertpapierkommissar erlässt Unterlassungsanordnung gegen Krypto-Firma

Der Wertpapierkommissar des US-Bundesstaates Texas hat eine Notunterlassungsanordnung gegen die Krypto-Investmentfirma My Crypto Mine und ihren Direktor Mark Steven Royer erlassen. Diese wurde auf der Webseite der Regulierungsbehörde am 27. November veröffentlicht.

In der Unterlassungsanordnung heißt es, dass "ausreichende Beweise" vorliegen würde, die belegen, dass Royer, "im Namen eines Wirtschaftskriminellen [Bruce Bise] und eines nicht zugelassenen Rechtsanwalts [Samuel Mendez] Token angeboten hat, die heute fast wertlos sind". Diese wurden über ein Krypto-Investitionsprogramm namens "BitQyk" angeboten.  

Das Dokument gibt keine Details zu Bises Status als "Wirtschaftskrimineller" preis. Es heißt darin aber, dass Mendez als Anwalt ausgeschlossen wurde, nachdem er "Gelder unterschlagen und damit unehrlich und moralisch verwerflich gehandelt hatte".

Im Mai 2017 soll Royer sich Bise und Mendez angeschlossen haben und Investoren, die den Bitcoin-Zug "verpasst" haben, dazu gebracht, in den Bitqy-Token zu investieren. Dieser habe damals bei 0,02 US-Dollar (rund 0,02 Euro) gelegen, es sei aber versprochen worden, dass er "in unbestimmter Zeit" auf bis zu 3,00 US-Dollar (rund 2,63 Euro) steigen würde. Tatsächlich aber hat der Token bis zum 11. November 2018 99 Prozent seines Wertes verloren. Investoren, die den Token zum Zeitpunkt des Angebots von Royer gekauft haben, verloren damit "fast ihre gesamte Investition".

Derzeit ist Royer der Direktor des "mutmaßlichen" Krypto-Handels- und Mining-Spezialisten My Crypto Mine. Statt offenzulegen, dass er zuvor mit BitQyck, Bise und Mendez zu tun hatte, hat Royer gegenüber Investoren behauptet, dass er über dreißig Jahre Erfahrung im IT-Sektor und zehn Jahre Erfahrung im Kryptobereich habe. Dazu stellte er weitere irreführende, grundlegende Behauptungen im Zusammenhang mit My Crypto Mine selbst auf.

My Crypto Mine, wie es in der Anordnung heißt, emittiere nun "eine passive Investition, die mit Kryptowährungshandel und Mining in Verbindung steht und garantierte, lukrative Renditen verspricht".

Weder die Investitionen noch die Händler sind bei den texanischen Behörden registriert; Den Beklagten werden außerdem Fehler bei der Offenlegung vorgeworfen - sowohl in Bezug auf die Unternehmensangaben als auch auf die konkreten "mutmaßlichen" Mining-Aktivitäten des Unternehmens. Das Unternehmen habe die Anleger auch nicht vor den Risiken gewarnt, die mit Krypto-Investitionen verbunden sind, wie etwa mögliche staatliche Regulierungsmaßnahmen, die sich in Zukunft auf die Krypto-Werte auswirken könnten, und andere Faktoren.

Die Anklage bezieht sich somit auf die Verletzung von Wertpapiergesetzen durch das Angebot illegaler, nicht registrierter Wertpapiere, betrügerische Aktivitäten und Täuschung der Öffentlichkeit. Den Beklagten wurde angeordnet, den Verkauf von Wertpapieren in Texas und die Tätigkeit als Händler oder Vertreter zu unterlassen.

Anfang des Monats hat der texanische Wertpapierausschuss eine Notfallunterlassungsanordnung gegen ein australisches Cloud-Mining-Unternehmen wegen dem Verkauf nicht registrierter Wertpapiere an texanische Bürger erlassen. Das war die jüngste Anordnung in einer Reihe von Unterlassungsanordnungen gegen Krypto-Unternehmen in diesem Jahr.