Südkorea: Stromanbieter entwickelt Blockchain-System für erneuerbare Energie

Südkoreas größter Stromanbieter hat einen Vertrag mit zwei lokalen Stromversorgern unterzeichnet, um ein Blockchain-System zur Abwicklung von Zertifikaten für erneuerbare Energien zu entwickeln. Die lokale Energie-Nachrichtenseite Energy Daily berichtete am 4. Juni darüber.

KEPCO - eine Abkürzung des Firmennamens Korea Electric Power Corporation - ist ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung in Höhe von umgerechnet 14,1 Mrd. Euro. Die südkoreanische Regierung und eine staatlich kontrollierte Bank halten an diesem eine Mehrheitsbeteiligung; Das Unternehmen hat "praktisch ein Monopol" auf die Stromerzeugung und -verteilung im Land, wie es laut der asiatischen Nachrichtenseite Nikkei heißt.

KEPCO und Nambu Electric Power haben eine Geschäftsvereinbarung unterzeichnet. Zuvor wurde ein Vertrag über den Aufbau des Blockchain-Systems zur Abwicklung von Zertifikaten für erneuerbare Energien mit der Korea Southern Power Co. abgeschlossen, wie Energy Daily berichtet.

Im Rahmen der Vereinbarung sollen die drei Organisationen an der Entwicklung eines Systems arbeiten und ein staatlich geleitetes Blockchain-Pilotprojekt für die Abwicklung von Zertifikaten für erneuerbare Energien unter der Aufsicht des südkoreanischen Wissenschaftsministeriums durchzuführen.

Nach Abschluss des öffentlichen Phase des Pilotprojekts werden die Unternehmen das Projekt unter kommerziellen Gesichtspunkten weiterführen und weiterentwickeln, heißt es im Bericht.

Energy Daily erklärte, dass die Implementierung von Blockchain die Transparenz und Effizienz der Transaktionen neuer Zertifikate für die Lieferung erneuerbarer Energien deutlich verbessern soll und dass das Pilotprojekt zu einer baldigen Marktentwicklung und Schaffung von Arbeitsplätzen im inländischen Blockchain-Sektor beitragen will.

In einer Erklärung hieß es vom Präsidenten von South Power Shin Jung-sik:

"Wir wollen alle unsere Kernkompetenzen nicht nur auf die Entwicklung neuer Geschäfte konzentrieren, sondern auch auf die Begrüßung der Ära der Energiedentralisierung. Bei dieser wird die Blockchain-Technologie in enger Zusammenarbeit zwischen den drei Unternehmen genutzt."

Wie bereits berichtet, kündigte KEPCO im Herbst 2018 an, dass es Blockchain und andere innovative Energielösungen zur Entwicklung seines Microgrid der nächsten Generation einsetzen würde. Damals sagte die Organisation, sie wolle sich auf Dezentralisierung, Dekarbonisierung und Digitalisierung konzentrieren. Dies seien die drei Schlüsseltrends für die Zukunft der Energiewirtschaft.

Im Dezember 2018 hat die südkoreanische Regierung bekanntgegeben, umgerechnet 3,1 Mio. Euro investieren zu wollen, um ein Blockchain-fähiges, virtuelles Energiekraftwerk in der Stadt Busan zu errichten.