Türkei richtet erstes universitäres Blockchain-Zentrum des Landes ein

Die Türkei hat das landesweit erste Blockchain-Zentrum auf Universitäts-Ebene eingerichtet, wodurch der Rückstand im Blockchain-Fachwissen aufgeholt und die breite Annahme der Technologie gefördert werden soll. Dies berichtet die lokale Nachrichtenagentur Daily Sabah am 3. August.  

Das Istanbul Blockchain und Innovations-Zentrum (BlockchainIST Center) wurde an der Bahçeşehir Universität (BAU) eingerichtet. Laut Bora Erdamar, dem Direktor des neuen Zentrums, ist das BlockchainIST dabei, „das wichtigste Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationszentrum der Türkei im Bezug auf Studien und Veröffentlichungen zum Thema Blockchain-Technologie zu werden.“

Erdamar meint, dass die Türkei sogar die Chance hätte, Vorreiter der Technologie zu werden, die die „Menschheit verändern“ wird. Er hob dabei die Wichtigkeit der Kooperation mit anderen akademischen Einrichtungen, Unternehmen und Regierungsinstitutionen hervor, wenn es um die Erforschung von Anwendungsgebieten im Blockchain-Bereich geht.

Unterdessen haben andere Universitäten auf der Welt die Vorzüge der Distributed-Ledger-Technologie schon erkannt, und bieten deshalb Kurse zu Themen wie Blockchain, Smart Contracts oder Kryptowährungen an.

Allein in diesem Jahr hat die Universität von Stanford ein Zentrum für Blockchain-Forschung gegründet, das teilweise von der Ethereum Stiftung unterstützt wird. Außerdem bietet die große brasilianische Universität Fundação Getúlio Vargas den landesweit ersten Master-Abschluss in Krypto-Finanz an. Des Weiteren hat Ripple 50 Mio. US-Dollar an 17 Universitäten auf der ganzen Welt gespendet, um akademische Bildung in den Bereichen Blockchain und Krypto zu fördern.

Während der BlockchainIST Direktor hervorhob, dass die Türkei sich digitalisieren würde und große Schritte tätigt, um Schritt zu halten mit der digitalen Transformation der restlichen Welt, haben türkische Behörden jedoch eine doppelzüngige Einstellung bezüglich der Krypto-Industrie kommuniziert.

So hatte die Regierung im vergangenen November noch eine strenge Haltung gegenüber Bitcoin (BTC) gezeigt, als Mitglieder des Religionsministeriums meinten, dass BTC mit dem Islam „nicht kompatibel“ sei. Im Februar hatte der Vize-Vorsitzende der regierungsbeteiligten Partei der Nationalistischen Bewegung jedoch Regulierungen für den Markt vorgeschlagen und sogar von einer digitalen Nationalwährung namens TurkCoin gesprochen.