Türkei und Iran wollen Regierungs-Kryptowährungen einführen

Die Regierungen der Türkei und des Iran erwägen, ihre eigenen Regierungs-Kryptowährungen zu entwickeln. Damit folgen sie dem Beispiel des Vorverkaufs von Venezuelas nationalem Petro-Coin vom 20. Februar, der von Öl gedeckt wird.

Am 21. Februar, einen Tag nach dem Start des Petro, hat das iranische Ministerium für Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) getwittert, dass die iranische Postbank an der Einführung einer Kryptowährung arbeite:

"Bei einem Treffen mit dem Vorstand der Post Bank zu Digitalwährungen, die auf der Blockchain basieren, habe ich [...] Maßnahmen angeordnet, um die erste Cloud-basierte Digitalwährung des Landes einzuführen."

Am 22. Februar, zwei Tage nach dem Start des Petro, berichtete eine Nachrichtenagentur des Nahen Ostens, der Al-Monitor, dass der stellvertretende Vorsitzende der Nationalen Bewegungspartei (MHP) und ehemalige Industrieminister Ahmet Kenan Tanrikulu öffentlich über die Einführung eines "nationalen Bitcoins" nachdenkt. Dieser hat den Namen "Turkcoin" und wird im 22-seitigen Bericht des stellvertretenden Vorsitzenden über die Regulierung des Kryptomarktes beschrieben.

Tanrikulus Bericht wird zwei Wochen nach einem Interview am 7. Februar von CNN Turk mit dem türkischen Vizepremierminister Mehmet Simse öffentlich. In diesem Interview sagte der Vizepremier, dass die Regierung sich darauf vorbereiten würde, eine nationale Kryptowährung einzuführen.

Im vergangenen November hieß es von der iranischen Cyberspace-Behörde, dem Hohen Rat des Cyberspace (HCC), dass sie "Bitcoin begrüßt". Sie gab bekannt, dass sie mit der iranischen Zentralbank an einem Bericht über Kryptowährungen arbeitet. Am 21. Februar hat die iranische Zentralbank gesagt, dass sie aktiv an einem Weg arbeite, um Kryptowährungen im Iran "zu kontrollieren und zu verhindern".

Die türkische Regierung hatte zuvor eine strenge Haltung gegenüber Bitcoin (BTC) und Kryptowährungen zum Ausdruck gebracht. Denn die Gesetzgeber vom Direktorat für religiöse Angelegenheiten (Diyanet) sagten im November 2017, dass der Kryptohandel "nicht mit dem Islam vereinbar ist". Grund dafür sei sein spekulativer Charakter und die mangelnde Regierungskontrolle.

Tanrikulu sagte jedoch gegenüber Al-Monitor, dass es in der Türkei legal sei, Kryptowährungen zu kaufen und zu verkaufen, da Kryptowährungen im türkischen Recht nicht erwähnt werden.

"Die Nutzung von Kryptowährungen kann als legal angesehen werden, da unser Gesetz kein Verbot enthält [...] Kaufen und Verkaufen mittels Kryptowährungen und eine Geldschaffung durch Bitcoin-Mining fallen gegenwärtig nicht unter die kriminellen Aktivitäten in der Türkei."

Der Bericht von Tanrikulu erklärt außerdem, dass in der Türkei definitiv eine Krypto-Regulierung erforderlich ist, um Geldwäsche und Betrug zu verhindern. Und es heißt darin auch, dass die Schaffung einer staatlich kontrollierten "Bitcoin-Börse" eine Möglichkeit ist, dies zu tun.

Venezuelas Petro wurde von einigen Kritikern als eine Möglichkeit für das Land gesehen, die westlichen Sanktionen zu umgehen, die ihm auferlegt wurden; Iran steht aktuell auch internationalen Sanktionen gegenüber.

Der Petro ist nicht die erste staatliche Kryptowährung. Denn die lokale Regierung in Dubai startete den staatlich unterstützten emCash im Oktober 2017. Im Jahr 2017 haben außerdem Kasachstan, Japan und Estland über eine mögliche Einführung ihrer eigenen staatlichen Kryptowährungen nachgedacht.