Der britische Finanzminister Philip Hammond ist der Meinung, dass sich die Aufsichtsbehörden um die Regulierung der Facebook Kryptowährung Libra kümmern sollten und nicht die Politik. Die entsprechenden Aussagen machte er am 15. Juli gegenüber CNBC.

In der CNBC Sendung „Squawk Box“ merkte Hammond an, dass Politiker nicht darüber entscheiden sollten, ob Facebook eine Banklizenz für den geplanten Stablecoin braucht, da es sich hierbei vielmehr um eine Fragestellung handelt, die die Aufsichtsbehörden zu beantworten hätten. Unter der Voraussetzung, dass es eine angemessene Regulierung für die Facebook Kryptowährung gibt, sieht Hammond Libra als „eine sehr positive Sache“ an. Dahingehend ergänzte er:

„Wir werden nicht versuchen, es aufzuhalten, sondern wollen uns mit Libra auseinandersetzen und daran arbeiten, dass es eine effektive Regulierung gibt.“

Gleichsam warnt der britische Finanzminister, dass es unbedingt einen kritischen Blick braucht, da Libra gewisse Risiken für das Finanzsystem birgt und für Geldwäsche oder sogar Terrorismusfinanzierung zweckentfremdet werden könnte.

Zwischen Bitcoin und Libra sieht Hammond einen deutlichen Unterschied, der sich aus den verschiedenen Verwaltungsstrukturen der beiden Kryptowährungen ergibt.

Mark Carney, der Chef der englischen Zentralbank, hatte Anfang Juli gesagt, dass es wichtig sei, die Chancen von Libra zu erkennen, auch wenn etwaige Risiken damit einhergehen.

Allerdings geht Carney auch davon aus, dass Libra von Beginn an fast nahezu perfekt ausgestaltet sein muss, zumindest im Hinblick auf die finanzielle Sicherheit, um überhaupt zugelassen zu werden.

Die Äußerungen von Hammond kommen nur wenige Tage bevor sich der parlamentarische Bankenausschuss des amerikanischen Senats mit der Facebook Kryptowährung auseinandersetzt. Die amerikanischen Abgeordneten haben sich bisher insgesamt sehr kritisch gegenüber Libra gezeigt, weshalb die kommenden Anhörungen umso mehr ins Gewicht fallen könnten.

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