UNICEF Australia akzeptiert Rechenleistungen zum Krypto-Mining als Spendenmöglichkeit

UNICEF Australia hat gestern, am 29 April eine Initiative angekündigt, bei der Nutzer Spenden an die Stiftung tätigen können, indem sie Rechenleistungen ihrer Computer für das Minen von Kryptowährungen bereitstellen.

Der Leiter der digitalen Marketingabteilung bei UNICEF Australien Tony Andres Tang sagte gegenüber dem Nachrichtendienst ITnews, dass die Maßnahmen "transparent in der Hinsicht sind, dass Computer-Rechenleistungen ausgeliehen werden und dabei bestimmt werden kann, wie viel der Leistung gespendet werden soll":

"The HopePage ist komplett Nutzer-initiiert und diese haben letztendlich die Macht, zu entscheiden, ob sie mitmachen wollen oder nicht."

Obwohl Tang sagt, dass das Unternehmen keine Informationen über die Mining-Software zum Betreiben der Webseite an ihre Nutzer vorab veröffentlicht, "eben so wenig wie wir Serversetups oder Konfigurationen preisgeben würden", berichtet ITnews, dass laut ihren Untersuchungen eine Variante von Coinhive genutzt wird, die Nutzern die Möglichkeit bietet, den Altcoin Monero zu minen.

In einem Abschnitt zur Anwendungserklärung steht, dass "die Menge an Rechenleistung, die gespendet wird, heruntergefahren werden kann" und es wird angemerkt, dass "Minen absolut sicher für Ihren Computer" ist. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Concordia Universität merkt an, dass sogar Nutzer, die Mining-Verwendungen ausdrücklich zustimmten, sich oft nicht den Gefahren von höheren Stromkosten, langsamerem Internet und Rechnerleistungen sowie einer kürzeren Lebensdauer ihres Geräts bewusste sind.

Anfang des Jahres hatte UNICEF eine zweimonatige Spendenkampagne geschaltet, die PC-Spieler bat, ihre ungenutzte Rechenleistung für das Minen von Ethereum bereitzustellen und so Spenden für syrische Kinderflüchtlinge zu generieren. Als die Kampagne am 31. März endete, waren etwas über 1.000 Euro durch mehr als 11.000 Mitwirkende zusammengekommen.

Abgesehen von den illegalen Kryptojacking-Vorfällen, wird die Monero-berechnende Software Coinhive auch von Unternehmen als Alternative zum Zeigen von Online-Werbemaßnahmen genutzt, um Gewinne über Onlinekunden zu generieren. Der letzte bekannte Fall dreht sich um die illegale Streamingseite The Pirate Bay, die heimlich die Computer ihrer Besucher zum Berechnen von Monero angezapft hatte. Auch dem amerikanischen Fernsehsender Showtime wurde die Nutzung für Coinhive zum Minen von Monero als alternative Einnahmequelle nachgewiesen.

Vor kurzem hatte die Nachrichtenseite Salon ihren Nutzern direkt die Möglichkeit einer werbefreien Nutzererfahrung angeboten, wenn sie die ungenutzte Rechenleistung ihres Geräts für das Minen von Kryptowährungen zur Verfügung stellen, auch wenn angemerkt werden sollte, dass die Webseite nicht ausdrücklich auf 'Mining' hinweist.