Die amerikanische Börsenaufsicht SEC und die Finanzmarktaufsicht FINRA sehen rechtliche Probleme bei der Verwahrung von Krypto-Vermögenswerten. Dies geht am 8. Juli aus einer gemeinsamen Mitteilung hervor.
Laut Mitteilung sehen die beiden keinerlei Möglichkeit, dass Krypto-Verwahrungsdienstleister konform zu den SEC Vorschriften für Anlegerschutz handeln können, denn in der entsprechenden Vorschrift heißt es:
„Einfach ausgedrückt, besagt die Vorschrift für Anlegerschutz, dass ein Broker bzw. Depot-Service die Vermögenswerte der Anleger getrennt von seinen eigenen Vermögenswerten verwahren muss, um sicherzustellen, dass er im Falle einer Insolvenz Wertpapiere und Geld der Anleger zurückzahlen kann.“
Des Weiteren zweifelt die Mitteilung an, dass ein Krypto-Verwahrungsdienstleister tatsächlich in der Lage ist, nachweisen zu können, dass er die Vermögenswerte, die er aufführt, auch wirklich besitzt.
Dahingehend sind SEC und FINRA der Meinung, dass es nicht ausreichend ist, über den entsprechenden Privatschlüssel (Private Key) zu verfügen, um damit den Besitz eines Krypto-Vermögenswertes zu bestätigen, denn eine dritte Partei könnte möglicherweise eine Kopie des jeweiligen Privatschlüssels halten, wodurch sie Transaktionen initiieren könnte, die der Verwahrungsdienstleiser nicht veranlasst hat.
Im Falle einer solchen Transaktion wäre der Verwahrer nicht in der Lage, diese wieder unmittelbar rückgängig zu machen. Dies gilt im weitesten Sinne auch für alle anderen Transaktionen, die der Verwahrer ggf. wieder rückgängig machen möchte, was ebenfalls nahelegt, dass kein wirklicher Besitz besteht.
Neben den Problemstellungen im Bezug auf Verwahrung, greift die Mitteilung auch Probleme bei der Genehmigung von außerbörslichen Handelsplattformen (OTC) auf. Zusätzlich ergeben sich aus dem Wertpapierrecht noch weiterer Fragen zum Thema Anlegerschutz, die die Organisationen bisher unbeantwortet sehen.
SEC und FINRA haben für den 27. Juni ein Treffen der Broker und Verwahrungsdienstleister angesetzt, um einen Dialog über Kryptowährungen zu starten. Das Meeting soll mehrere „wichtige rechtliche Fragen“ klären, darunter auch Cybersicherheit.
Wie Cointelegraph zuvor berichtet hatte, hatte die SEC im März um Feedback gebeten zur Regulierung von Settlements für Kryptowährungen.
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