Winklevoss-Brüder über Bitcoin: "Wall Street hat geschlafen"

Die Winklevoss Zwillinge, beide bekannte Bitcoin (BTC)-Bullen und Gründer der Kryptobörse Gemini, erklärten, dass es überwiegend Privatanleger sind, die die Vorteile des Kryptomarktes genießen.

In einem Interview mit CNN Business am 22. August sprachen Tyler und Cameron Winklevoss über ihre Sichtweise auf Bitcoin als Investment, Branchenrisiken und die Herangehensweise des traditionellen Finanzsektors in Bezug auf die neue Anlageklasse.

Ein Stück vom Internet des Geldes kaufen

Viele Leute betrachten Bitcoin immer noch als zu riskant für den durchschnittlichen Investor. Tyler hingegen argumentierte, dass der Einzelhandel beim Thema Krypto den Finanzinstituten sogar immer einen Schritt voraus sei. Er erklärte:

"Im Gegensatz zum Internet, von dem man nicht einfach ein Stück kaufen konnte, kann man ein Stück von diesem neuen Internet des Geldes kaufen. Der Markt wird immer noch vom Einzelhandel angetrieben. Das war schon immer so und viele Leute haben sich wirklich gut geschlagen. Die Wall Street hat währenddessen am Steuer geschlafen."

Im Vergleich zu allen traditionellen Investitionen, so Cameron weiter, sei Bitcoin dem Gold am ähnlichsten. Er sei ein neuer Wertspeicher für das digitale Zeitalter. Und er mag zwar volatil sein, aber er sei die Zukunft. Er betonte weiterhin: "Wir mussten investieren, weil wir Angst hatten, etwas zu verpassen, wir konnten diese Zukunft einfach nicht verpassen."

Überschätzte Risiken

Die Zwillinge zeigen nach wie vor ganz offen, dass sie bereit sind mit den Aufsichtsbehörden zusammenzuarbeiten. Cameron sagte einst dazu: "Konformität ist die DNA unseres Geschäfts". Sie kritisierten dennoch eine gewisse Panikmache, die die mit Krypto verbundenen Risiken immer noch etwas verzerrt.

Tyler argumentierte, dass Facebooks Libra noch nicht einmal herausgekommen sei - niemand benutzt den Coin also für etwas Illegales - und dennoch gibt es bereits regulatorische Bedenken im Zusammenhang damit.

Bitcoin sei durchaus von Kriminellen benutzt worden - man erinnere sich an Silk Road und die Internet Research Agency des Kremls während der US-Wahlen im Jahr 2016. Viele von ihnen sind jetzt allerdings im Gefängnis, wie er betonte.

"Kluge Kriminelle", so Tyler, "verwenden Bitcoin nicht, weil er aktuell sehr einfach zurückverfolgt werden kann". Dazu tragen auch immer ausgefeiltere Blockchain-Forensik-Tools bei, die derzeit entwickelt werden. 

Das Fazit: "Kriminelle haben den US-Dollar stärker genutzt als alles andere."

Wie kürzlich berichtet wurde, haben die Winklevoss Twins offenbart, dass sie gegenüber einer Partnerschaft mit dem Erzfeind Mark Zuckerberg in Bezug auf Libra bereit seien. Sie brauchen lediglich noch mehr Einzelheiten über das Projekts.