WSJ: Organisierte Krypto-"Handelsgruppen" manipulierten 2018 Märkte mit Gewinnen über 710 Mio. Euro

Preismanipulationen von Kryptowährungen werden hauptsächlich von organisierten "Handelsgruppen" durchgeführt, die Dienste wie Telegram zur Koordination nutzen, behauptet das Wall Street Journal (WSJ) in einer Studie, die am 5. August veröffentlicht wurde.

Indem die Ergebnisse einer Untersuchung der Krypto-Märkte veröffentlicht werden, suggeriert das WSJ, dass mit koordinierten "Pump-And-Dump"-Angriffen die Preise für diverse Kryptowährungen dieses Jahr künstlich aufgeblasen und gedrückt wurden.

Dadurch erzielten die Verantwortlichen hunderte Millionen Euro an Gewinnen für sich selbst, während andere auf den Verlusten sitzen blieben, sobald die Gruppe ein bestimmtes Asset massenhaft verkaufte.

Allein in den ersten Monaten 2018 generierten jene Handelsgruppen so über 712 Mio. Euro.

Das WSJ untersuchte 175 Schemas zum Handel von 121 verschiedenen Coins und gab bekannt, "viele weitere solcher Gruppen existieren, die potenziell weitere Millionen an Aktivität hinzufügen". Darüber schrieb der Nachrichtendienst, diese Gruppen "operieren in privaten Chatroom; der Zugriff ist nur per Einladung möglich und wird generell von einem anonymen Moderator überwacht".

Als Beispiel für solch ein Gruppen-Handelsverhalten zieht das WSJ Cloakcoin, einen älteren Altcoin, heran, welcher dieses Jahr diverse Preiseinbrüche erlebte.

Ein enormer Wachstumsschub am 1. Juli an der großen Krypto-Börse Binance war laut dem WSJ das Resultat einer Handelsgruppe namens "Big Pump Signal".

"Der Preis von cloakcoin explodierte auf [...] Binance, kurz nachdem Big Pump Signal eine Nachricht auf Telegram an seine Anhänger geschickt hatte, die sie zum Kauf aufrief", heißt es in der Studie:

"Die Preise der zehn am meist gehandelten Bitcoin-Paare von Binance bewegten sich kaum während dem Cloakcoin-Pump."

Diese Ergebnisse geben den Theorien über Marktmanipulationen eine neue Dimension, die in den letzten Monaten aufgetaucht sind.

Diverse Quellen behaupteten, dass gewisse Faktoren, wie Liquidierungen diverser Vermögenshalter und beispielsweise der Ausverkauf der Börse Mt. Gox, für künstliche Preisschwankungen bei Bitcoin seit dessen Allzeithoch im Dezember 2017, gesorgt haben. Andere wiederum behaupten, die Märkte wären nicht beeinflussbar.