Zugs Kommunikationsleiter nennt Blockchain-Kommunalabstimmung einen "Erfolg" trotz niedriger Wahlbeteiligung

Die Schweizer Stadt Zug hat testweise eine erste lokale Blockchain-Kommunalwahl abgehalten, wie die Schweizer Nachrichtenagentur am 2. Juli berichtete.

Zug, auch bekannt als "Krypto-Valley", hatte die Pläne zur Durchführung eines Testlaufes für ein Blockchain-Wahlsystem, welchen das digitale ID-System der Stadt (eID) verwendet und es den Bürgern ermöglicht, mit ihrem Mobilgeräten abzustimmen, im November 2017 angekündigt.

Dieter Müller, der Leiter für Kommunikationen in der Stadt Zug, sagte der Agentur, dass "die Premiere ein Erfolg" war und dass die technischen Details in den nächsten Monaten hinsichtlich Privatsphäre, Wahlgeheimhaltung und Verifizierbarkeit der Ergebnisse untersucht werden.

Lediglich 72 der 240 Bürger mit Zugriff auf das Online-Wahlsystem nahmen an der unverbindlichen Probeabstimmung zwischen dem 25. Juni und dem 1. Juli teil. Müller gab gegenüber der Nachrichtenagentur zu, "die Anzahl der Teilnehmer hätte höher sein können."

Der Fragebogen forderte die Bürger einerseits auf, über kommunale Angelegenheiten abzustimmen, fragte sie jedoch auch, ob sie ein Blockchain-basiertes eID-System in Zukunft für Volksabstimmungen verwenden möchten. Laut der Agentur gaben drei Personen an, dass die digitale Wahl nicht einfach sei, 22 würden Blockchain für Steuererklärungen und Umfragen verwenden, 19 gaben ab, Parkticket über ihre digitale ID bezahlen zu wollen und drei sagten, sie würden das System für die Ausleihe von Büchern aus der Bücherei verwenden.

Schweiz wurde aufgrund seiner freundlichen Steuergesetzte und Regulierungen für Initial Coin Offerings (ICO) in der Vergangenheit auch als "Krypto-Nation" bezeichnet. Ende Juni rief der Finanzdirektor von Zug die Schweizerische Bankiervereinigung auf, eine Arbeitsgruppe zu gründen, um Blockchain-Unternehmen bei der Eröffnung von Bankkonten zu helfen.