Nach Bitcoin-Verbot der Zentralbank: Argentinien bricht Handelsrekorde

Beim Bitcoin (BTC)-Handel wurden auf zwei der am stärksten beobachteten südamerikanischen Märkte letzte Woche neue Rekorde aufgestellt, wie aus neuen Daten hervorgeht.

Wie die Überwachungswebseite Coin Dance am 10. November bestätigte, wurden über die Woche bis Samstag sowohl in Venezuela als auch in Argentinien mehr als je zuvor mit BTC gehandelt. 

Argentinien: Zentralbank steigert unfreiwillig Bitcoin-Popularität

Wöchentlicher Handelsverlauf in Venezuela laut Localbitcoins

Wöchentlicher Handelsverlauf in Venezuela laut Localbitcoins Quelle: Coin Dance

Wöchentlicher Handelsverlauf in Argentinien laut Localbitcoins

Wöchentlicher Handelsverlauf in Argentinien laut Localbitcoins Quelle: Coin Dance

In den Statistiken werden Daten von der Peer-to-Peer-Plattform Localbitcoins verwendet. Trotz der höheren Anforderungen im Hinblick auf Benutzeridentitäten ist sie in den beiden Ländern nach wie vor äußerst beliebt.

Insgesamt wurden in Venezuela letzte Woche 142,9 Mrd. Bolivar (VES) und in Argentinien 19,4 Mio. Pesos (ARS) gehandelt. Vorherige Rekorde gebrochen

Beim Bitcoin-Volumen gab es jedoch im gleichen Zeitraum keinen spürbaren Anstieg. Das deutet darauf hin, dass die Währungen beider Länder weiter schwächer werden. Venezuela handelte 627 BTC (5,5 Mio. US-Dollar) und Argentinien 30 BTC (263.000 US-Dollar).

Wie Cointelegraph berichtete ist die Inflation nach wie vor ein großes Problem für die Regierungen in Caracas und Buenos Aires. Der Regierungswechsel in Argentinien hat die Situation für die Wirtschaft sogar noch weiter verschlimmert. 

Letzte Woche hat die Zentralbank offiziell den Kauf von Bitcoin und anderen Kryptowährungen mit Kreditkarten verboten.

Petro das Gegenteil von Bitcoin

In Venezuela wird unterdessen weiterhin versucht, die staatlich unterstützte Kryptowährung Petro, die im vergangenen Jahr zum Teil verbindlich eingeführt wurde, unter die Leute zu bringen.

"Das Drucken von physisch wertlosem Geld ist teuer und erfordert eine komplexe Logistik. Darum will Venezuela auf den 'Petro' übergehen; Um die Leute in Echtzeit und ohne Druckkosten um ihre Ersparnisse zu betrügen", fasste Mauricio Di Bartolomeo, der Mitbegründer des Bitcoin-Finanz-Startups Ledn, die Situation am 7. November zusammen. Er fügte hinzu: 

"Der venezolanische Petro ist all das, wogegen Bitcoin ankämpft."

Der Financial Times zufolge ist Venezuela gezwungen, billige Ölmischungen mit einem beträchtlichen Rabatt zu verkaufen, da die Sanktionen der USA zunehmend Wirkung zeigen.

Die Öleinnahmen sind mittlerweile nun auf nur noch 250 Mio. US-Dollar pro Monat gesunken. Vor der Finanzkrise beliefen sich diese im Vergleich dazu auf bis zu 5 Mrd. US-Dollar.