Die Nationale Anti-Korruptions-Kommission (NACC) von Australien wirft einem Bundespolizisten beschuldigt, an einem Tatort eine Trezor-Hardware-Wallet mit 81,62 Bitcoin gestohlen zu haben. Die Behörden haben eine Krypto-Verfolgungssoftware verwendet und behaupten, dass er die Bitcoin an sich genommen habe.
Laut einem aktuellen Bericht fand die australische Polizei die Hardware-Wallet bei einer Drogenrazzia in einem Wohnhaus, wartete aber etwa drei Wochen auf eine gerichtliche Genehmigung für den Zugriff darauf. Beim Zugriff auf die Wallet waren jedoch keine Bitcoin mehr vorhanden, da der Polizist William Wheatley diese mutmaßlich kurz nach der Razzia sich selbst überwiesen haben soll.
Die Hardware-Wallet soll 81,62 Bitcoin enthalten haben, die zum Zeitpunkt der Razzia im Jahr 2019 einen Wert von 309.000 US-Dollar hatten. Derzeit ist sie bereits etwa 4,2 Millionen US-Dollar wert.
Detective Sergeant Deon Achtypis von der Abteilung für Cyberkriminalität gab an, die Behörden hätten zunächst geglaubt, dass einer der Kriminellen hinter dem Bitcoin-Diebstahl gesteckt habe.
Der Verdacht kam auf, als die Polizei auch ein Gerät entdeckte, das die Seed-Phrase für die Hardware-Wallet enthielt. Dabei handelt es sich um eine Folge von 12 bis 24 zufälligen Wörtern, die als Wiederherstellungsmethode verwendet werden kann, falls die Wallet gestohlen wird oder verloren geht.
Nach einer umfangreichen Untersuchung der IP-Adressen, die auf die gestohlenen Bitcoin zugegriffen haben, konnte mit Hilfe von Krypto-Tracing-Software mutmaßlich auch eine Verbindung zu Wheatley hergestellt werden.
"Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass ein Mitglied der Polizei die Kryptowährung bewegt haben könnte."
Die Strafverfolgungsbehörden auf der ganzen Welt setzen Krypto-Tracing-Software ein, um illegale Aktivitäten mit digitalen Vermögenswerten zu bekämpfen.
Im August 2023 gaben die kanadischen Strafverfolgungsbehörden bekannt, dass sie die Software Chainalysis Reactor einsetzen, um illegale Kryptotransaktionen zurückzuverfolgen.
Die Fortschritte in der Krypto-Softwaretechnologie zur Rückverfolgung von Transaktionen führten dazu, dass gestohlene Kryptowährungen häufiger gefunden werden. Am 29. Januar berichtete Cointelegraph, dass über 674 Millionen US-Dollar aus mehr als 600 groß angelegten Krypto-Hacks im Jahr 2023 zurückgeholt werden konnten.
#PeckShieldAlert 2023 saw 600+ major hacks in the crypto space, resulting in ~$2.61B in losses, with $674.9M recovered.
— PeckShieldAlert (@PeckShieldAlert) January 29, 2024
$1.51B lost to hacks (excluding #Multichain unauthorized withdrawals) & $1.1B to scams. This marks a 27.78% decrease from 2022. #DeFi protocols remained prime… pic.twitter.com/G7PIU3WyrX
Wheatley sagt, er sei unschuldig und habe seine Position als Beamter nicht zum persönlichen Vorteil genutzt oder Geld gestohlen.
Berichten zufolge sei er bereit, gegen die Anschuldigungen bezüglich der gestohlenen Bitcoin aus der Trezor-Wallet vorzugehen. Trezor hat kürzlich eine Sicherheitslücke eingeräumt, von der fast 66.000 Nutzer betroffen waren.
Am 20. Januar berichtete Cointelegraph, dass Trezor am 17. Januar einen unbefugten Zugang zu einem Support-Portal eines Drittanbieters entgedeckt habe. Das Unternehmen warnte, dass die Daten von Personen, die seit Dezember 2021 mit dem Support-Team von Trezor in Kontakt standen,durch den Vorfall möglicherweise kompromittiert worden seien.
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