Österreich: FIW-Bericht untersucht Blockchain-Einfluss auf Außenwirtschaft

Das österreichische Kompetenzzentrum “Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaft” (FIW) hat in seinem neuen Policy Brief mögliche Auswirkungen der Digitalisierung, darunter auch der Blockchain-Technologie, auf die Exportwirtschaft untersucht, so die Pressemitteilung des Zentrums am 27. September.

Der Bericht wurde von Bernhard Dachs (Austrian Institute of Technology) im Auftrag des Bundesministeriums Digitalisierung und Wirt­schaftsstandort vorbereitet und zeichnet ein positives Bild der Blockchain-Technologie und der Künstlichen Intelligenz (KI). Der Wissenschaftler hebt hervor, Blockchains könnten die Transaktionen im Export sicherer machen und dadurch die Unsicherheit abbauen. Außerdem könnte die dezentrale Technologie dazu beitragen, “die Kosten der Abwicklung von Exportgarantien wesentlich zu reduzieren”.

Bernhard Dachs nennt jedoch auch die wichtigste Voraussetzung, damit die österreichischen Wirtschaft von der Technologie profitieren könnte: Marktakzeptanz der Blockchain. Insbesondere sei diese im Banksektor und unter allen Partnern der Import- und Exportbeziehungen äußerst wichtig.

Der Digital Economy and Society Index sieht Österreich auf Platz 11 unter den Mitgliedsstaaten der EU. Daher wird Im Bericht mehrmals betont, dass Wissenschaft und Wirtschaft bei der Entwicklung neuer digitaler Möglichkeiten gestärkt werden sollen, damit Österreich in Zukunft eine führende Rolle in Sachen Innovation einnimmt. Bernhard Dachs fasst am Ende des Berichtes zusammen:

“Insbesondere Dienstleistungen können von neuen Technologien wie Blockchain oder KI deutliche Automatisierungsgewinne und eine höhere Handelbarkeit erwarten, was diesen Branchen deutliche Impulse geben wird. Die Entwicklung neuer Dienstleistungsangebote könnte sich als Wachstumstreiber für österreichische Unternehmen erweisen”.

Mit Blick auf den Welthandel könnte der Gütertransport wesentlich einfacher und billiger mit der Blockchain werden. Die ersten Versuchsprojekte von IBM und des Logistikunternehmens Maersk, bestehende Frachtdokumente in einer Blockchain abzubilden, laufen bereits. Auch der Hamburger Hafen entwickelt derzeit ein Projekt namens HanseBloc, im Rahmen dessen der sichere elektronische Austausch von Frachtbriefen via Blockchain gewährleistet werden soll.