Bancor gründet Token-Gemeinschaftsnetzwerk gegen Armut in Kenia

Bancor will ein Netzwerk aus Blockchain-basierten Gemeinschaftswährungen in Kenia einführen, das dem Ziel der Armutsbekämpfung dienen soll, wie Cointelegraph in einer Pressemitteilung vom 18. Juni erfuhr.

Bancor, das sich selbst als "dezentralisiertes Liquidität-Netzwerk" beschreibt, generierte in einem beispiellosen Initial Coin Offering (ICO) im Juni 2017 innerhalb von weniger als drei Stunden rund 132 Mio. Euro. Bei Redaktionsschluss ist es die weltgrößte dezentralisierte Krypto-Börse mit einem Handelsvolumen von 1,38 Mio. in Trades laut Daten von CoinMarketCap.

Das neuste Projekt des Unternehmens zielt darauf ab, den lokalen und regionalen Handel sowie Peer-to-Peer-Aktivitäten zu fördern, indem es kenianischen Gemeinschaften ermöglicht, ihre eigenen digitalen Tokens zu erstellen und zu verwalten.

Um die Markteinführung zu überwachen, ist Bancor eine Partnerschaft mit der gemeinnützigen Stiftung Grassroots Economics eingegangen, die derzeit Gemeinschaftsprojekte an sechs Standorten in Kenia leitet und mehr als 20 Schulen und 1.000 lokale Geschäfte erreicht.

Grassroots wird das Bancor-Protokoll nutzen, um das existierende Papierwährungssystem in ein Blockchain-basiertes Netzwerk umzuwandeln. Die neuen Token können per Lokalwährung oder Krypto auf der Bancor-Plattform gehandelt werden. Die Organisation erhofft sich, auf diese Art globale Nutzer dazu zu ermutigen, lokale Gemeinschaften aus der Ferne zu unterstützen.

Nutzer-generierte Kryptowährungen sind gegeneinander eintauschbar, ohne, dass Einbezug der Gegenseite. Bilanzen in der Form eines stabilisierten "Eltern"-Token befindet sich in der Entwicklung und werden zunächst an den kenianischen Schilling gekoppelt sein, um Konvertierbarkeit in dem Netzwerk aus Coins mit den lokalen Währungen zu ermöglichen.

Ein erster Pilot des Projektes soll laut Plan in zwei wirtschaftlich benachteiligten Regionen in Kenia, Kawangware und Kibera starten.

Dezentralisierte Börsen wie Bancor eliminieren Mittelsmänner und müssen sich auf eine Drittpartei verlassen, um die Kundengelder zu halten. Der Handelsmechanismus basiert auf Smart Contracts und Atomic Swaps.

In Bancors Fall wird sowohl ein Protokoll eingebaut, das diverse Contracts einschließlich einem Token-Converter benutzt und außerdem ein ERC-20-gefügiger SmartToken. SmartToken-Benutzer können ein oder mehrere Token oder Kryptowährungen in Reserve halten und einen Smart-Vertrag zur Automatisierung ihrer Transaktionen verwenden.

Bancor schickt ursprüngliche Währungen, indem es einen Teil des Kapitals beisteuert, das bei dem 132.-Mio-Euro-Tokenverkauf im Juni 2017 generiert wurde.

Blockchains Potenzial zur Erschaffung und Festigung einer gerechteren und fairen Gesellschaft wurde von führenden Weltorganisationen anerkannt, einschließlich den Vereinten Nationen, die das Ethereum-Netzwerk 2017 verwendeten, um Hilfsgüter an syrische Flüchtlinge zu verteilen.

Der Findex-Bericht 2018 der Weltbank zeigt, dass 3 Mrd. Menschen weltweit keinen Zugriff auf ein funktionierendes Bankensystem haben und dass die Spareinzahlungen in Entwicklungsländern in den letzten drei Jahren gefallen sind, Kredite flacher wurden und an Elastizität verloren haben.

Bei Redaktionsschluss wird Bancor (BNT) für 2,82 Euro (3,27 US-Dollar) gehandelt, ein leichter Abfall im Vergleich zum ICO-Verkaufspreis von 3,38 Euro (3,92 US-Dollar)