Binance: Kooperation mit Chainanalysis soll Regeltreue verbessern

Chainanalysis, ein Dienstleister zur Überwachung der Regeltreue von Krypto-Unternehmen, ist eine Zusammenarbeit mit der Kryptobörse Binance eingegangen, wie am 17. Oktober in einer Pressemitteilung bekanntgegeben wurde. Dadurch erhofft sich die Börse, verdächtige Aktivitäten effektiver zu erkennen.  

Binance, die zurzeit größte Kryptobörse der Welt (nach Handelsvolumen), expandiert zunehmend in internationale Märkte und muss sich dementsprechend in jeder zuständigen Gerichtsbarkeit den jeweiligen Vorschriften zu Anti-Geldwäsche (AML) und Einholung von Kundeninformationen (KYC) unterwerfen.

Chainanalysis erleichtert diesen Prozess, wie das Unternehmen selbst behauptet, indem die auf Binance getätigten Transaktionen in Echtzeit kontrolliert werden.

Das „Know-Your-Transaction” (KYT) genannte Prinzip leitet sich von der als „Know-Your-Customer“ betitelten Beschaffung von Kundeninformationen ab. Statt dem Kunden wird bei KYT also die jeweilige Transaktion durchleuchtet. Im April fand es, laut Pressemitteilung, das erste Mal Anwendung.

„Krypto-Unternehmen aller Größen haben das gleiche Problem: das Vertrauen von Aufsichtsbehörden, Finanzinstituten und Nutzern zu gewinnen“, so Jonathan Levin, Mitbegründer und Operativer Geschäftsführer von Chainanalysis, in der Mitteilung. Des Weiteren führt er aus:

„Wir gehen davon aus, dass viele dem Beispiel von Binance folgen werden, ein erstklassiges Kontrollsystem gegen Geldwäsche aufzubauen, um weltweit den Ansprüchen der Aufsichtsbehörden zu genügen und das Vertrauen der großen Geldinstitute zu gewinnen.“

Im Jahr 2018 hat eine Reihe von Kryptobörsen — darunter auch die P2P-Plattform Localbitcoins — damit begonnen, zusätzliche Maßnahmen zur Regeltreue (Compliance) einzuführen, obwohl dies wiederum vielen Krypto-Nutzern sauer aufstößt, die Wert auf ihre Anonymität legen. Im September hatte die Kryptobörse ShapeShift ihr Mitgliedschafts-System so geändert, dass die Offenlegung von „grundlegenden“ Kundeninformationen ab einem gewissen Zeitpunkt verpflichtend wird.

Im Hinblick auf die eigene Umsetzung von AML und KYC Vorschriften hat Binance erklärt, dass diese Maßnahmen zwingend notwendig sind, um weiter expandieren zu können.

„Unsere Vision ist, die Infrastruktur für das Blockchain-Ökosystem zu bilden und die Freiheit des Geldes global voranzutreiben, wobei wir den Regeln und Gesetzen der jeweiligen Länder folgen wollen“, so Binance Finanzchef Wei Zhou.